Positives Fazit

Ein Sommer mit fleißigen Lesern

Super Anzahl: Am Lesesommer der Osterburger Stadt- und Kreisbibliothek beteiligten sich 23 Kinder.

Von Astrid Mathis

Osterburg l Von wegen geruhsamer Start! Für Marion Patitz, Mitarbeiterin der Osterburger Stadt- und Kreisbibliothek, ging es zum Schulstart ordentlich los.

„Seit zwei Jahren schnuppern die neuen 5. Klassen des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums gleich bei uns rein und bekommen im Zuge des Schulrundgangs am ersten Tag die Bibliothek gezeigt“, erzählte Patitz. „Dann verlieren sie viel leichter die Scheu, mal vorbeizuschauen und etwas auszuleihen.“ Sonst sei die Hemmschwelle oft unnötig groß, aber auf diese Art sei der erste Schritt getan. „Die Schüler kennen mich vom Sehen, und das macht alles leichter“, weiß Patitz genau. Zwei 5. Klassen gab sie schon die wichtigsten Infos, die anderen zwei folgen in dieser Woche. Viele melden sich gleich als Leser an.

Die Knirpse Zoran und Orion von Erika Schönberger aus Calberwisch haben sowieso keine Berührungsängste und wissen, wo es Bücher und Spiele gibt, auch wenn sie noch nicht lesen können. „Sie haben solch einen Spaß hier“, bestätigte Mama Erika. Ein Grund mehr, den ersten Sonnabend auszunutzen, an dem die Bibliothek wieder geöffnet hatte.

Indessen ist Marion Patitz mit der Bilanz des „Lesesommers“ beschäftigt. Ein Projekt der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken in Halle. Zwei Bücher in den Ferien zu lesen und dazu Fragen richtig zu beantworten, war dabei die Aufgabe. Ein Klacks für Marlon Bredau aus der 4 a der Grundschule Osterburg. Er stellte den Leserekord mit 13 Büchern (auch Sachbücher) auf. Zum 8. Mal hatte Marion Patitz in Osterburg dazu aufgerufen, zum ersten Mal nicht nur in der Sekundarschule und im Gymnasium. Einen Rekord von 23 Teilnehmern konnte sie in diesem Jahr verzeichnen, dank Grundschule wohlbemerkt. 15 Schüler der 2., 3. und 4. Klassen machten mit. Trotz kribbeliger Hände und Bauchgrummeln wegen der Aufregung vor den Fragen meisterten sie die Aufgaben mit Bravour. „Ich freue mich sehr über das tolle Ergebnis“, schwärmte die Bibliotheksmitarbeiterin, die für die Kinder- und Jugendarbeit in der Bibliothek verantwortlich ist. Nun müssen nur noch die Urkunden geschrieben, von Bürgermeister Nico Schulz und Bibliotheksleiterin Anette Bütow unterzeichnet werden. Ganz klar, in diesem Jahr findet die Ehrung in der Grundschule statt. Ob Hausaufgabengutscheine oder Lese-Eins, den Teilnehmern winkt auf jeden Fall ein Geschenk für fleißiges Lesen. Lohnenswert war der Lesesommer für sie alle mal. Mit diesen Ferien kann Marion Patitz nur zufrieden sein.

Beim Sommer-Lesetag im Rahmen der Onleihe mit drei Rätselrunden notierte sie sogar auf einen Schlag 17 Teilnehmer. Das kennt sie auch anders. Wieder war Marlon Bredau nicht zu toppen. Bei den drei Rätselrunden kannte er sich am besten aus. Zur Belohnung gewann er die Freikarten für einen Ausflug zum Hansapark. „Er war längst hier und hat mir begeistert berichtet, wie sehr es ihm mit seinen Eltern gefallen hat“, verriet Marion Patitz. Aber auch die Stamm-Leserschaft hat im Sommer gut durchgehalten, stellte sie fest. Jeder hat so seine Zeit, wann er etwas ausleiht. Das bleibt auch ab dem Schulstart so: „Die Rentner und nicht Berufstätigen bis Mittag, die Mütter und Familien nachmittags.“

Früh übt sich eben, findet die Bibliotheksmitarbeiterin. Schließlich wird Osterburg aufgrund der Organisation eigener Literaturtage ohnehin als Literaturhauptstadt Sachsen-Anhalts betitelt. Diese finden in diesem Jahr gleich im Anschluss an die diesjährigen Herbstferien, ab 16. Oktober, zwei Wochen lang in der Einheitsgemeinde statt.