Aneburg l Dass der Elbhang ständig in Bewegung ist, beweist schon ein kleines Beispiel auf dem Grundstück des Arneburgers Heinz Balecke. Dieser setzte vor geraumer Zeit eine steinerne Außentreppe an sein Haus. Die Stufen, die in den traumhaft gelegenen Garten führen, schlossen direkt mit dem Haus ab, „jetzt sind drei Zentimeter Luft dazwischen“. Ein mulmiges Gefühl? „Bei uns geht es ja noch, andere wohnen noch dichter“, so Balecke.

Der Rentner bewohnt mit seiner Familie das Haus seiner Eltern, „das war früher eine Schule“. Zur einen Seite reiht sich das Gebäude in die Fassadenoptik des Alten Marktes ein, zur anderen Seite öffnet sich das Grundstück zur Elbe. In Höhe des Hafens. „Früher war der Blick ganz frei“, sagt Balecke. Heute versperren vor allem stattliche Robinien die Aussicht. In der Blüte riechen sie zwar schön, „aber wehe, es stürmt. Dann bewegen sie sich anderthalb Meter in jede Richtung, das ist gefährlich“, so Balecke, der damit ein Problem anspricht, dem der Stadtrat auch angesichts zunehmender Unwetter begegnen möchte.

Haushalt

Das Gremium hat in den aktuellen Haushalt 20.000 Euro eingestellt, um im Herbst im größeren Stil Robinien und Bocksdorn fällen beziehungsweise entfernen zu lassen. Die aufwendige Maßnahme ist bereits ausgeschrieben. Zunächst wird der Bereich zwischen dem steilen Aufstieg an der Ecke zwischen Ost- und Südhang und der Tordurchfahrt zum Park bearbeitet, erläutert Simone Kuhlmann als Bauamtsleiterin der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck.

Bilder

Dann soll es peu à peu weitergehen, der Hang wieder kahler sein, „wie es früher einmal war“. Auch vor dem Hintergrund, dass sich mit Robinien und Bocksdorn Neuphyten angesiedelt haben, die die besondere Artenzusammensetzung am Hang schädigen. Aus selbigem Grund wurden mittels Umweltsoforthilfeprogramm aus dem Landwirtschaftsministerium bereits Robinien und Buschwerk vom Elbhang zwischen Arneburg und Billberge gefällt. Dort gefährden die Neozyten einen besonders schützenswerten Kalktrockenrasen, ein Flächennaturdenkmal.

Diese Fäll-Maßnahme lag allerdings nicht in Händen der Stadt. Die Bäume vor Heinz Baleckes „Hochgarten“ werden es sehr wohl. Aber erst einmal kreischt die Säge im Herbst ein Stück weiter weg am Südhang. Wenn es nach Balecke geht, müssten „seine“ Robinien später gar nicht komplett weg-genommen werden. „Vielleicht reicht es, sie zu kürzen. Ich habe an sich nichts gegen die Bäume.“