Seehausen l Aber keine Sorge, die an der Otto-Nuschke-Straße stationierten Brandbekämpfer und Hilfeleister sind nach wie vor einsatzbereit. Und die Tore klemmen auch nicht. Die hatten sich nämlich schon eine halbe Stunde vor dem Alarm geöffnet, als die Blauröcke die Einsatzfahrzeuge so still und heimlich wie möglich vom Hof fuhren, um sich zu einer kleinen Parade zu formieren. Auch das ignorierte der Wehrleiter geflissentlich. Was logisch erscheint, denn er war der Grund für die Heimlichtuerei. „Schmitti“ oder „Vati“, wie ihn die meisten Blauröcke nennen, wurde am Donnerstag nämlich 50 Jahre alt.

Die Schar der Gäste belegte, dass der gebürtige Körbelitzer, den die Liebe 1990 an den Aland lockte, offenbar geachtet ist. Nicht nur unter den Mitgliedern der eigenen Truppe. Auch Feuerwehrkameraden aus der Verbandsgemeinde, Mitstreiter des Feuerwehrfördervereins, Verwaltungsleute aus dem Rathaus, Kollegen vom Wachschutz Seehausen und sonstige Bekannte und Freunde machten dem Jubilar ihre Aufwartung, der mit Fassung ertrug, was sich die Gratulanten für ihn ausgedacht hatten.

Unter anderem das altersgerechte Ausrücken zum Einsatz mit dem Feuerwehr-Rollator oder der „Rundflug“ im Korb der Drehleiter zusammen mit seiner Frau Susanne. So ganz weit musste die Leiter indes nicht ausgefahren werden. Höhe ist eine der wenigen Schwächen Schmidts.

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Stärke demonstrierte der Hauptbrandmeister dafür um so mehr bei der Bewirtung der Gäste. Bei der Vorbereitung des Grillgutes und des gebackenen Schweines machte es sich bezahlt, dass er einst den Beruf des Fleischers erlernt hat.

Feuerwehrmann ist Enrico Schmidt seit 1986 – damals noch in Burg bei Magdeburg. Seit 2008 lenkt er die Geschicke der hansestädtischen Feuerwehr, die inklusive Nachwuchs sowie Alters- und Ehrenabteilung rund 90 Frauen und Männer zählt, von denen 46 regelmäßig zu Einsätzen vom Brand bis zum Verkehrsunfall ausrücken.

Zu den Blauröcken ist der Wahlseehäuser über seinen Opa gekommen. Längst hat er auch seine Familie mit dem Virus infiziert. Sein älterer Sohn Domenic rückt demnächst als Einsatzkraft nach, der jüngere Adrian engagiert sich noch in der Jugendwehr und seine Frau Susanne im Versorgungstrupp. Dazu mischt der Jubilar im Spielmannszug der Wehr mit. Dort begnügt er sich mit einer kleinen Trommel. Auf die Pauke darf da sein Stellvertreter Ralf Näbsch hauen.

Andere Hobbys pflegt er nicht. Feuerwehr ist für ihn sowohl im übertragenen Sinn, als auch im wörtlichen Sinn in der Funktion als hauptamtlicher Gerätewart Berufung. Aber wenn er mit Frau und Kindern verreist, kann er auch ohne Feuerwehr leben.

Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth, der in seiner Funktion auch Chef aller Ortswehren ist, hatte sich ebenfalls unter die Gratulanten gemischt, denn Schmidt „ist eine feste und verlässliche Größe für alle Wehren in der Verbandsgemeinde“.