Auftakt zur Beringung von Jungstörchen in der Altmark erfolgte in Werben

Fünf Adebare werden ausgewildert

Von Walter Schaffer

Die Beringung von Weißstörchen in der Altmark hat begonnen. Der Auftakt erfolgte im Elbestädtchen Werben.

Werben/Wahrenberg. Die Stadt an der Elbe ist seit Jahren "Sommersitz" für die Adebare. Dort bringen sie ihren Nachwuchs zur Welt. Nun wurden die Weißstorchjungen beringt. Ulrich Graul, der als ehrenamtlicher Mitarbeiter des Naturschutzbundes die Werbener Horste sehr gut kennt, erwartete das Beringungsteam dazu. Dem gehörten Gerd Flechner von der Unteren Naturschutzbehörde, Dr. Thoralf Schaffer, Weißstorchenbetreuer des Altkreises Osterburg, und Mario Firla, staatlicher Beringer, sowie die Biologin Ute Eggers, die für eine Dissertation Daten von Störchen sammelt, an. Mit Hubtechnik gelang es fast problemlos, an die Horste mit den Jungstörchen zu gelangen und ihnen die Ringe anzulegen. "Nun sind sie verheiratet", so Mario Firla schmunzelnd.

Von Werben ging es über Wendemark, Falkenberg, Schönberg, Neukirchen, Beuster und Geestgottberg nach Wahrenberg. Dort führte Werner Mohr, der sich im Storchendorf engagiert für die Vögel einsetzt, das Team zu den Horsten im Ort. Fünf Jungtiere vom Storchenhof Loburg wurden dort Altvögeln "untergejubelt", bei denen sich nur ein oder zwei Junge im Nest befanden. Dieses Projekt, mit dem die im Storchenhof ausgebrüteten Vögel ausgewildert werden sollen, ist in den vergangenen Jahren erfolgreich erprobt worden.

Bei der Aktion in der Altmark, die unter Regie der Vogelwarte Hiddensee stattfand, wurden insgesamt 60 Jungstörche beringt. Fast alle Bürger, auf deren Grundstück sich ein Storchenhorst befindet, zeigten sich recht kooperativ, schätzte Thoralf Schaffer ein.

Vogelberingungen gibt es bereits seit der Antike, als besonders Brieftauben markiert wurden. Wissenschaftliche Vogelberingungen wurden erstmals von dem dänischen Gymnasiallehrer Hans Christian Cornelius Mortensen 1899 in größerem Umfang gestartet. In Deutschland existieren drei Beringungszentralen. Für Nordwestdeutschland liegt diese auf Helgoland sowie für Süddeutschland und Berlin in Radolfzell. Für den Osten zeichnet die Zentrale Hiddensee verantwortlich.

Durch die markierten Vögel lassen sich biologische, ökologische und demografische Aspekte des Vogellebens beschreiben.