Handwerker, ahoi

Für rund 780000 Euro: Im August beginnt Sanierung der Kita „Elbräuber“ in Arneburg

Die Arneburger „Elbräuber“ sind auf Sanierungskurs. Im August erobern Handwerker die Kita. Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck investiert im Wert von rund 780000 Euro. Der Betrieb läuft weiter, allerdings können zeitweilig keine neuen Kinder aufgenommen werden.

Von Karina Hoppe 21.07.2021, 15:17
Dieses Bad aus den 1980er Jahren gehört bald der Vergangenheit an. Die Arneburger Kita „Elbräuber“ wird umfassend saniert.
Dieses Bad aus den 1980er Jahren gehört bald der Vergangenheit an. Die Arneburger Kita „Elbräuber“ wird umfassend saniert. Foto: Simone Hecht

Arneburg - Für echte Elbpiraten sollte das ein Klacks sein. Kapitänin Simone Hecht hat mit ihrem Team einen Schlachtplan entwickelt, um die Zeit der Bauarbeiten gut zu überbrücken. „Wir gehen mit den Vierjährigen in hintere Räume unserer Kita“, sagt die Leiterin der Kita Arneburg. Der Materialraum wird zum Beispiel zum Essensraum – die „Elbpiraten“ wüssten sich irgendwie zu helfen. Und so lange sollen die Handwerker ja gar nicht bleiben. Laut Auskunft von Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau (parteilos) rücken sie im August an. Schon im Dezember sollen die Kinder ihr „Schiff“ wieder für sich alleine haben.

Die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck investiert rund 780 000 Euro in den Kita-Flachbau. Das Dach wird komplett erneuert, in dem Zusammenhang entsteht ein ganz neuer überdachter Terrassenbereich. Die weiteren Arbeiten beziehen sich vor allem auf den vorderen Bereich der Kita. Das Bad aus den 1980er Jahren wird erneuert, ein ganz neuer Sportraum entsteht, neue Fenster werden eingesetzt, das Paket beinhaltet auch neue Wasserleitungen und Elektrik. Kurzum, die „Elbräuber“ werden für die Zukunft fit gemacht.

Im Regen einfach draußen bleiben

Abseits der energetischen Vorteile freut sich die Kitaleiterin für den Alltag vor allem auf dreierlei: die neue Terrasse, den neuen Sportraum und einen neuen Abstellraum für Kinderwagen. „Wir sitzen oft draußen auf den Bänken vorm Haus, aber wenn es regnet, müssen wir bislang reingehen. Die überdachte Terrasse eröffnet uns ganz neue Möglichkeiten, wir können noch mehr an der frischen Luft sein“, sagt Simone Hecht. Praktisch auch, dass der Schlafraum künftig nicht mehr gleichzeitig Sportraum ist, das ständige Herumräumen falle weg. Und dass die Kinderwagen bald nicht mehr im Flur stehen, könne die Kitaleiterin natürlich auch nur begrüßen. „Es geht ja da auch um Unfallgefahren.“

Die Bauleistungen, die der Verbandsgemeinderat am Montag fast in Gänze vergab, werden teils bis zu 90 Prozent durch Bundesmittel bezuschusst. Von den rund 780 000 Euro sind so etwa 530 000 Euro Fördermittel, wobei die Kommune zweifaches Glück hatte und einen Nachschlag erhielt. Ein Bauvorhaben in Lüderitz ist laut Schernikau nicht zustande gekommen, Fördergeld in Höhe von 350000 Euro wurde zurückgegeben und aufgeteilt – auch Arneburg-Goldbeck profitierte davon. Bislang sehe es mit der Kostenentwicklung gut aus, „problematisch ist aber, dass die Preisbindung der Zulieferer nur für kurze Zeit gilt“, so Schernikau.

Kita Eichstedt kann überbrücken

Das Jugendamt hat wegen der Bauarbeiten in der Kita für die Zeit von September bis Dezember einen Aufnahmestopp von Kindern verhängt. Laut Schernikau betrifft dies fünf Kinder, die vorübergehend in der Kita Eichstedt betreut werden können, so das Angebot. „Näher ist derzeit kein Platz.“ Man komme um diese Einschränkung leider nicht herum, „wenn wir das eine wollen, müssen wir das andere hinnehmen. Wir investieren am lebenden Objekt“. Zur Überbrückung „einfach“ einen Container aufzustellen, sei rechtlich in einer Kita gar nicht möglich.

Die „Elbräuber“ sind jedenfalls voller Vorfreude. Sie werden den Handwerkern bestimmt mit räuberischer Neugierde über die Schultern schauen.