Altenzaun l Die Plakate sind gedruckt. An den kommenden Tagen werden sie an verschiedenen Orten für das „friedliche Gefecht“ in Altenzaun mit einem unterhaltsamen Rahmenprogramm werben. Und die Organisatoren hoffen, dass sich noch Interessenten finden, die bei der historischen Nachstellung von 26. Oktober 1806 auf einer der beiden Seiten als Mitwirkende mitmischen.

Vor 213 Jahren ereignete sich bei Altenzaun eine in die Geschichtsbücher eingegangene Schlacht, an der noch heute der Yorckstein erinnert. Erinnern wollen die Organisatoren auch. „Das ist unser Grundanliegen“, sagt Peter Krupp vom Husarenregiment aus Stendal. Es gehe keineswegs um eine propagandistische Nachstellung, vielmehr um Unterhaltung, um die Bedeutung des friedlichen Miteinander. „Wir wollen den Gedanken schärfen, dass alles andere wichtiger ist als ein Krieg“, betont Michael Sommer, Superintendent im Ruhestand, der am Veranstaltungstag zu Friedensgebeten einlädt.

Die Vorbereitungen für den 26. Oktober 2019 laufen auf Hochtouren. Die erste erfolgreiche Verteidigung der Preußen unter dem Kommado des damaligen Oberst von Yorck über die französischen Truppen soll abermals bei einer Nachstellung, einem Spiel mit vielen Akteuren, die der Artillerie, der Kavallerie und der Infanterie angehören, möglichst vielen Zuschauern gezeigt werden. „Wir haben derzeit noch das Problem, die militärischen Darstellungen personell zu untersetzen“, sagt Peter Krupp. Die Organisatoren lassen nichts unversucht, um erfahrene Akteure nach Altenzaun zu lotsen, was sich indes als keine einfache Aufgabe entwickelt. Schließlich sind mehrere in andere Historienspektakel, beispielsweise in Jena, eingebunden. Kay Kowollik, Sergeant vom 3. Linieninfanterieregiment 1813, setzte sich bereits mit mehreren Vereinen in Verbindung. „Speziell Franzosen fehlen“, sagt er. Nun hoffen die Veranstalter, dass sich eventuell noch Leute finden, vielleicht aus den umliegenden Orten, die die Veranstaltung bereichern werden. „Wer Interesse hat, kann sich gern melden.“

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Drittes Mal

Bereits zum dritten Mal, nach 2006 und 2016, wird auf der Ackerfläche, der gleichzeitig das historische Gefechtsfeld war, lebendige Geschichte präsentiert, die Schlacht nachgestellt. Bei den beiden Vorgängern entwickelte sich die Veranstaltung zu einem Besuchermagneten, was natürlich auch auf den 26. Oktober zutreffen sollte. „Über 3000 Zuschauer wären schon eine tolle Größenordnung“, hofft auch Eike Trumpf vom Kulturförderverein Östliche Altmark auf viele Gäste. Er setzte sich mit dem in Magdeburg ansässigen Institut Francais in Verbindung. „Sie waren sehr interessiert.“ Eventuell werden die Franzosen den Tag mit einer Ausstellung oder Vorträgen unterstützen.

Die Organisatoren wollen für ein attraktives Unterhaltungsprogramm neben der Gefechtsdarstellung sorgen. Bei einer Lesung wird sich dem Leben und dem Leid der damaligen Zivilbevölkerung gewidmet. Ein anderer dem preußischen Offizier Ferdinand von Schill, der sich mit seinen Truppen 1809 von Potsdam über die Altmark nach Stralsund auch mehrere Tage bei Arneburg aufgehalten haben sollte. In diese Zeit will Harald-Uwe Bossert, Oberstleutnant a.D., mit den Besuchern geschichtlich eintauchen.

Es gibt Tanzdarbietungen aus der damaligen Zeit. Lieder und wie schon erwähnt Friedensgebete. „Der Gedanke der Versöhnung zwischen beiden Ländern soll prägend sein“, so Michael Sommer. Zudem werden in einer Ausstellung Dokumente und Gegenstände aus der Napoleonischen Zeit präsentiert. Ein historisches Feldlager und kavalleristische Vorführungen sind ebenfalls geplant.