Seehausen l Regen Treiben herrscht in der ehemaligen Pittchenbar in Seehausen. Dort wurde am Sonnabend ein begehrter Impfstoff ausgegeben, das Serum „ND Clone 30“ zum Schutz vor die Geflügelpest.

Weil bei einem schweren Verlauf nahezu der komplette Tierbestand zu verenden droht, herrscht in Deutschland eine Impfpflicht im Turnus von drei Monaten für alle Halter und Privatleute, die Hühner, Fasane oder ähnliches Federvieh ihr Eigen nennen.

Geflügelpest vorbeugen

„Nicht nur Vereinsmitglieder, sondern auch Privatleute können bei uns das Serum kaufen“, erläutert Zuchtfreund Peter Lange vom Rassegeflügelzuchtverein Seehausen und Umgebung von 1888, der die Ausgabe organisiert. „Wir beziehen das Heilmittel von einem Tierarzt und kaufen gleich eine Charge für 1000 Tiere, damit es sich lohnt“, fügt Lange hinzu. Das Serum sei sehr teuer; es mache wenig Sinn, wenn jeder einzelne Halter es für sich selbst bestellt. Entsprechend groß war der Andrang. Um die 40 Zuchtfreunde kauften den Impfstoff für ihre Tiere. Aus einem Eimerchen wurde per Spritze die benötigte Menge gezogen, um sie dann ins mitgebrachte Gefäß umzufüllen. Pro Tier soll jeweils 1 Milliliter des Heilstoffs verabreicht werden.

„Es ist ein Lebendimpfstoff der innerhalb der nächsten zwei Stunden eingeflößt werden muss, um seine Wirksamkeit zu erzielen“, erklärt Peter Lange. Die Aufnahme von ND Clone 30 erfolgt über das Trinkwasser. „Am besten funktioniert es, wenn die Tiere gut durstig sind“, empfiehlt Vereinschef Detlef Becker. Die nächste planmäßige Impfstoffausgabe erfolgt im April, im Mai explizit nur für die Küken, dann noch einmal im August und abschließend zum Jahreswechsel. Bei Nichteinhaltung der Impfpflicht drohen von Kontrollen des Veterinäramtes den Haltern empfindliche Strafen.

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Vorhaben liegen brach

Die Impfstoffausgaben war coronabedingt die einzigen Aktionen 2020 für die um die 20 Mitglieder zählende Rassegeflügelzuchtgemeinschaft. „Das Vereinsleben liegt derzeit komplett brach“, bedauert Becker. „Alle Versammlungen mussten abgesagt werden, 2021 sieht es bislang nicht anders aus.“ Geplant sei nichts. „Wir müssen einfach abwarten, wie sich die Situation entwickelt.“

Hinzu kommt die vom Landkreis verordnete Stallpflicht, die zur Vermeidung der Geflügelpestausbreitung beitragen soll. Diese bedeutet einen zusätzlichen Aufwand für die Zuchtfreunde. Das Federvieh darf nämlich derzeit nur in geschlossenen Ställen oder unter einer Vorrichtung gehalten werden, die verhindert, dass Vogelkot beziehungsweise Wildvögel selbst eindringen. Zudem seien Ausstellungen, Märkten und Veranstaltungen ähnlicher Art mit Geflügel und Tauben im gesamten Kreisgebiet verboten. Dem geliebten Federvieh soll es dennoch gut gehen, weiß Becker und widmet sich der Ausgabe des Impfstoffes.

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