Arneburg l Es passen sogar zwei Menschen rein, aber Platzangst dürfen sie nicht haben. Jedenfalls nicht jene, die hinten sitzen. Für zwei Leute hat sich Dipl. med. Christiane Müller, Ärztin für Allgemein- und Rettungsmedizin in Arneburg, das Gefährt aber auch nicht gekauft. Sie selbst will es alleine fahren oder eine ihrer Schwestern. „Für Hausbesuche.“ Und die Fahrt nach Rochau, wo Christiane Müller bislang mittwochs im ehemaligen Grundschulgebäude Sprechstunden abhält. Sie könnte auch mit dem Benziner dorthin fahren, wolle aber ein Zeichen setzen, wie sie gestern vor der Arneburger Praxis erläuterte. „Ich hab mich schon immer für Elektromobilität interessiert.“

Und da es in Arneburg keine Steckdose für große Elektroautos gibt und ein großes wohl auch gar nicht nötig wäre, wurde es eben der auffällige Renault Twizy: Der kann nämlich an eine ganz normale Steckdose, ist in rund vier Stunden wieder fahrbereit mit maximal 80 km/h und für die nächsten rund 100 Kilometer. Ärztin Müller hat bei einem Gebrauchtwagenhändler für rund 6500 Euro erworben. Sie orderte auch Fenster dazu, die sind genau wie die Türen beim Twizy schon Sonderausstattung. „Eigentlich ist das ein offenes Strandfahrzeug“, sagt Peter Stöhr, Lebenspartner der Ärztin. Regen- und windfest ist der Twizy auch jetzt nicht, „aber wir sind ja nicht aus Zucker“. Und der Frühling kommt.

Die Avacon fördert das Mobil über Werbung auf dem Auto, wofür sie drei Jahre zahlt. Die New Colour Werbeagentur aus Tangermünde hat sie aufgebracht. „Es ist unternehmenweit das erste Mal, dass wir eine private Arztpraxis auf diese Weise fördern“, sagt Avacon-Kommunalreferent Klaus Schmekies. Eingefädelt hatte es die Stadt Arneburg, die die Praxis, deren Gebäude sie mit Hilfe von Fördermitteln eigens bauen ließ, weiterhin unterstützen möchte.

Christiane Müller, die die Arneburger Räumlichkeiten im Oktober 2017 eröffnete und sich dort sehr wohl fühle, findet den Twizy auch einfach „cool“.