Standortsuche für Mobilfunkmast

Gemeinde „Altmärkische Höhe“ beugt sich Willen der Bretscher

Berge können die Bretscher auch nicht versetzen, aber den Standort für einen neuen Mobilfunkmast. Eine Alternative zum Sportplatz scheint noch nicht gefunden. Die Gemeinde hat sich aus dem Verfahren zurückgezogen.

Von Ralf Franke
Die Resonanz am Dienstagabend auf die Einladung zur Bürgerversammlung am Bretscher Sportplatz, der als Standort für einen Mobilfunkmast im Gespräch ist, war groß. Die Zusammenkunft war indes schnell wieder zu Ende, nachdem Bürgermeister Bernd Prange (rechts, stehend) das Einlenken der Gemeinde verkündet hatte und kein Vertreter vom betreffenden Mobilfunkanbieter vor Ort war, um die Fragen der Anlieger zum technischen  Prozedere zu beantworten.
Die Resonanz am Dienstagabend auf die Einladung zur Bürgerversammlung am Bretscher Sportplatz, der als Standort für einen Mobilfunkmast im Gespräch ist, war groß. Die Zusammenkunft war indes schnell wieder zu Ende, nachdem Bürgermeister Bernd Prange (rechts, stehend) das Einlenken der Gemeinde verkündet hatte und kein Vertreter vom betreffenden Mobilfunkanbieter vor Ort war, um die Fragen der Anlieger zum technischen Prozedere zu beantworten. Foto: Ralf Franke

Bretsch - Der Protest der Bretscher gegen den geplanten Standort eines Mobilfunkmastes auf einer Fläche der Gemeinde „Altmärkische Höhe“ am örtlichen Sportplatz zeigt Erfolg. Die Kommune wird für das Vorhaben nun doch nicht wie ursprünglich vorgesehen Land zur Verfügung stellen. Das verkündete Bürgermeister Bernd Prange Dienstagabend bei einer Bürgerversammlung auf dem „Platz der Begierde“ am östlichen Ende des Dorfes.

Gemeinderat und Bürgermeister folgten damit der Auffassung der Kritiker, denen der Standort zu dicht an der Wohnbebauung sowie am Fest- und Freizeitgelände erschien und die zudem die Natur auf dem idyllischen Eckchen an der Gänseweide nicht für eine Zuwegung und ein Betonfundament opfern wollten. Rund 120 Einwohner unterschrieben das Begehren und brachten zumindest einen anderen und weniger störenden Alternativstandort nördlich des Dorfes ins Gespräch. Das Gemeindeoberhaupt hatte den Deal ursprünglich eingefädelt, um zusätzliche Einnahmen für die Kommune zu generieren, obwohl die Stelle neben dem Sportplatz eigentlich nicht die erste Wahl des Mobilfunkanbieters war.

Gut ein Drittel der Unterzeichner war Dienstag der Einladung auf beziehungsweise an den Sportplatz gefolgt, um sich nebenbei auch Fragen zur Standortsuche im Allgemeinen und zum Betreiben einer Funkanlage im Speziellen von Fachleuten beantworten zu lassen. Sie blieben allerdings unter sich. Der Standortplaner sah sich mit funktechnischen Einzelheiten offenbar überfordert, und Vodafone als Investor und Betreiber der künftigen Anlage sagte laut Prange mit Verweis auf die Urlaubszeit und Personalmangel kurzfristig ab, ohne einen eigenen Terminvorschlag zu unterbreiten. Gesprächsbereitschaft sieht anders aus, war sich die Runde einig.

Die sprichwörtliche Kuh ist für die Bretscher mit dem Verzicht der Gemeinde allerdings noch nicht vom Eis. Der Funkmastbetreiber kann und wird die Fühler ganz sicher neu ausstrecken, um die künftige Autobahn mit seinem Netz abzudecken oder vielleicht auch den Ausbau für den 5-G-Standard voranzutreiben.

Ob der Vorschlag der Standortgegner Berücksichtigung findet, ist offen. Sicher ist nur, dass der Funkmast errichtet werden darf, wenn sich Investor sowie der Grundeigentümer einig sind und laut Baugesetzbuch sachlich nichts gegen den Mast spricht. Eine gefühlte Beeinträchtigung würde da kaum reichen. Nicht einmal mitten im Dorf.