Seehausen l Geahnt haben wohl alle Ortskundigen, dass die Zu- und Ableitungen der Umwälzanlage im Waldbad Seehausen nach 45 Jahren marode sind. Seit gestern Vormittag haben Stadt und Förderverein Gewissheit.

Der Boocker Bauunternehmer Rolf Köster, der auch zugelassener Kanalinspektor ist, lieferte bei einer Untersuchung mit einer Kamera, die sich an einer 40 Meter langen Leitung in unbekanntes Terrain vorarbeiten kann, eindeutige Bilder. Rost und Pflanzenwurzeln machen klar, warum das System nicht mehr wirklich geschlossen ist und es in der Badesaison regelmäßigen Nachschubs an frischem Nass bedarf. Der Verfall ist nachvollziehbar, weil das Wasser chlorhaltig ist und weil das System Dreiviertel des Jahres leer steht. Da kommen auch ursprünglich verzinkte Leitungen an ihre Grenzen.

Nicht nur Walter Fiedler, stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzender des Waldbadfördervereins, der gestern bei der Aktion dabei war, grübelt, wie es weitergeht. Zum einen ist der Wasserverbrauch dem Kreisumweltamt ein Dorn im Auge, zum anderen wissen die Verantwortlichen noch nicht, wie sich die Sache mit dem Förderantrag entwickelt. Der Bund hat bekanntlich ein Budget für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur aufgelegt, bei dem die Stadt auch einen Fuß in die Tür bekommen will. Der Bescheid steht allerdings noch aus. So lange möchte am liebsten niemand etwas anfassen. Aber die neue Badesaison rückt auch allmählich näher.

Die positive Nachricht am Rande: Rolf Köster sponserte seinen gestrigen Einsatz.