Osterburg l Nur noch eine Handvoll Augenblicke vom Scheinwerferlicht der Bühne und Urkunden, Blumen sowie Jugendweihe-Buch entfernt, stand den Achtklässlern am Sonnabend zu Beginn ihrer Feierstunden die Aufregung förmlich ins Gesicht geschrieben. Nach dem festlichen Einmarsch durch das Spalier von Eltern, Geschwisten, Verwandten und Freunden sorgten Moderatorin Alicia Engelke und die Stendaler Band „Tick2loud“ mit ihrer Interpretation des Bosse-Songs „Schönste Zeit“ aber dafür, dass sich die Anspannung legte.

Bürgermeister Nico Schulz (CDU), den die Interessenvereinigung als Festredner gewonnen hatte, lockerte die Atmosphäre ebenfalls auf, als er die Achtklässler schmunzelnd als Vertreter der Generation „Homo Smartphonies“ bezeichnete. In dieser Bezeichnung stecke aber kein Vorwurf, schließlich seien die Jugendlichen die ersten, „die seit Kleinstkinderbeinen an im digitalen Zeitalter aufgewachsen sind.“ Diese Generation habe ein hervorragendes technisches Verständnis und verstehe es meisterhaft, neue Technologien in den Lebensalltag zu integrieren. „Doch bitte vergesst nicht, dieser Lebensalltag ist analog. Die Natur ist immer analog“, legte Schulz den Jugendlichen ans Herz.

Stichwort Natur. Das brachte den Festredner auch zur Umweltinitiative der Klimaschutz-Aktivistin Greta Thunberg. Die junge Schwedin habe „einen kleinen Kieselstein ins festgefahrene Getriebe der Gesellschaft und Politik geworfen.“ Inzwischen würden Schüler in 100 Ländern und auf fünf Kontinenten immer freitags für einen wirksamen Klimaschutz demonstrieren. „Und ich verstehe das. Denn der Klimawandel kommt nicht erst, die Erderwärmung ist längst im Gange“, betonte Schulz. Greta Thunberg, „eine von euch, aus eurer Mitte, aus eurer Generation“ hatte im August 2018 für sich persönlich die Entscheidung zum „Schul­streik für das Klima“ getroffen. Dies sei ein mutiges Beispiel für das, was erwachsen sein ausmache: „Entscheidungen treffen.“ Manche seien leicht, für andere benötige es einen langen Weg. „Und wenn ihr nicht wisst, wie weiter, dann bittet um Hilfe. Das zu tun und sie dann annehmen, auch das bedeutet erwachsen sein.“ Schulz wünschte seinen jungen Zuhörern viel Mut, „denn das Leben wird aus Mut gemacht.“ Anschließend gratulierten der Festredner und die Interessenvereinigung den Schülern zur Jugendweihe. Nach Dankesworten der Jugendlichen war es dann an den Stendaler Musikern von „Tick2Loud“, mit „Auf uns“ von Andreas Bourani einen stimmungsvollen Schlusspunkt hinter die beiden Feierstunden zu setzen.

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