Stendal l Mit Beuster und zum November auch mit Werben sind im Kirchenkreis Stendal gleich drei Pfarrstellen vakant. Und sollen es auch erst einmal bleiben. Denn die personelle Besetzung muss angesichts des Mitgliederschwundes, mit dem auch die evangelische Kirche vor Ort zu kämpfen hat, neu überdacht werden. Die Mitglieder seien schließlich auch die finan­zielle Basis für die Kirchenarbeit, so Superintendent Michael Kleemann auf Nachfrage der Osterburger Volksstimme.

Keine Stunden streichen

Wie die Neubewertung aussehen soll und wann sie abgeschlossen werden könnte, darüber will und kann Kleemann derzeit noch nicht orakeln. Das sei letztlich auch eine Entscheidung der Kirchen­synode. Fest steht indes, dass die Pfarrbereiche in den Jahren nach der deutschen Wiedervereinigung immer wieder neu geordnet wurden, was meist allerdings für eine Vergrößerung der Gebiete stand und den Seelsorgern die Arbeit nicht unbedingt leichter machte.

Den umgekehrten Weg zu gehen und den Pfarrern die Stunden zu kürzen, ist für Kleemann keine Alternative. Es wäre den Betroffenen gegenüber auch unfair, weil die Kirchengemeinde einen zu 75 Prozent beschäftigten Pfarrer ja doch zu 100 Prozent in Anspruch nehmen würde, ist der Superintendent überzeugt.

Beuster hat gute Chancen

Bei Beuster wagt er doch einen Ausblick. Er geht davon aus, dass die Stelle Bestand hat und damit die Residenz im Elbedorf erhalten bliebe. Was nicht ausschließt, dass sich der Aufgaben-Zuschnitt für Jourdans Nachfolger ändert. So lange müssen die Christen in den Kirchspielen Beuster und Groß Garz nicht auf kirchliche „Dienstleistungen“ verzichten. Es gebe einen Vertretungsplan dafür, auf welche Aufgaben sich welcher hauptamtliche oder ehrenamtliche Geistliche aus der Nachbarschaft vorübergehend mit konzentriert. Was neben Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten den Konfirmanden-Unterricht mit einbezieht. Und natürlich die Gottesdienste. Für letztere ist der Superintendent dann übrigens auch selbst mit eingeteilt.