Osterburg l Dem bisher eher milden Winterwetter kann Elimar Brandt viel Gutes abgewinnen. „Das ist für uns ein Segen“, denkt der Vorstand der Borghardtstiftung an die Kita-Baustelle im Osterburger Altneubaugebiet. Denn weil Frost in diesem Winter eher ein Fremdwort blieb, zeichnen sich am Otto-Nuschke-Weg bereits die Formen des Kindergartens ab.

Am 3. März wird der Grundstein gelegt. Anschließend sollen die Bauleute ein eingeschossiges Gebäude hochziehen, das über deutlich mehr Plätze verfügen wird, als die bisherige Kita „Lindenbaum“ auf ihrem heutigen Grundstück zwischen Ballerstedter und Bismarker Straße aufweist. Denn können dort maximal 29 Mädchen und Jungen betreut werden, sollen es im neuen Objekt am Otto-Nuschke-Weg bis zu 60 sein. 40 und damit die Mehrzahl der Plätze sind für Kinder im Alter zwischen 3 und 6 Jahren avisiert, mit 20 Plätzen richtet die Tagesstätte aber zudem einen Krippenbereich ein. Wann die Kinder dort einziehen können? „Ich würde mir wünschen, dass das noch in diesem Jahr der Fall sein wird. Das ist aber wohl nicht realistisch. Die Bauarbeiten werden wohl irgendwann in den ersten drei Monaten des kommenden Jahres zum Abschluss gelangen“, schätzte Elimar Brandt ein.

In den nächsten Tagen steht aber erst einmal die Grundsteinlegung für den Neubau auf der Agenda. Der sei für den 3. März vorgesehen, kündigte der Vorstand der Borghardtstiftung an. Zu diesem feierlichen Akt dürften sich auch Vertreter der Einheitsgemeinde am Otto-Nuschke-Weg einstellen. Im Osterburger Rathaus sowie dem Stadtrat waren die Pläne der Borghardtstiftung um einen Kita-Neubau von Anfang an auf große Unterstützung gestoßen. Denn dank dieses Projekts des freien Trägers, der 2018 die Regie im evangelischen Kindergarten Osterburg übernommen hatte, konnte die Einheitsgemeinde vom bis dahin anvisierten Ausbau der eigenen Platzkapazitäten Abstand nehmen. Dies wäre ansonsten aufgrund der in den zurückliegenden Jahren deutlich gestiegenen Nachfrage an den Betreuungsangeboten unumgänglich gewesen, zeigen auch aktuelle Zahlen aus dem Osterburger Rathaus auf. Denn wurden 2016 in der gesamten Einheitsgemeinde 202 Kinder im Vorschulalter gezählt, waren es im vergangenen Jahr 309.

Schon allein aus diesem Grund kam die Kommune der Borghardtstiftung auch bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück weit entgegen. So beschloss der damalige Stadtrat im Spätsommer 2018 einstimmig, der Stiftung eine Fläche am Otto-Nuschke-Weg zu übertragen. Und das kostenfrei. Mit der Ansiedlung des Kindergartens mitten im Altneubaugebiet und auf dem Grundstück eines früheren Wohnblockes, der bereits vor 20 Jahren abgerissen worden war, erhoffen sich die Stadtväter aber nicht nur eine Aufstockung der Kitaplatz-Kapazitäten. Die neue Einrichtung, die im kommenden Jahr junges Leben in das städtische „Sorgenkind“ Altneubaugebiet bringt, dürfte das gesamte Quartier mit seiner überwiegend älteren Bevölkerung aufwerten, ist man auch im Osterburger Rathaus überzeugt.