Gemeinderat Hohenberg-Krusemark bezieht Stellung / Beifall von Sitzungsgästen

Klares Votum gegen Hähnchenmastanlage

Von Ingo Gutsche 15.10.2011, 06:20

Der Gemeinderat möchte die Errichtung einer Hähnchenmastanlage eines Investors verhindern.

Hohenberg-Krusemark l Beifall gab es für die vom Gemeinderat Hohenberg-Krusemark am Donnerstagabend gefasste Stellungnahme von den Rängen. Die rund 30 Bürger waren mit der Entscheidung des nach dem Ausscheiden von sieben Ratsmitgliedern nach der vergangenen September-Sitzung verkleinerten Gremiums etwas erleichtert. Die für 460000 Tiere ausgelegte Hähnchenmastanlage möchte nicht nur die Bürgerinitiative, sondern auch der Gemeinderat verhindern.

Um die Stellungnahme pünktlich an das Landesverwaltungsamt zu bringen, erklärte sich Olaf Schmidt, neben seiner kommunalpolitischen Tätigkeit auch Sprecher der Bürgerinitiative, bereit, persönlich das Schreiben in Halle abzugeben. Spätestens am 26. Oktober muss es dort sein. Zuvor sprach der amtierende Bürgermeister Dirk Kautz, der erstmals nach dem Rücktritt von Ralf Bergmann zum 30. September eine Ratssitzung leitete, von "Solidarität" und dem Bürgerwillen aus Schwarzholz, "den man respektieren sollte" - die am Donnerstagabend gefasste Stellungnahme, die laut Bauamtsleiterin Simone Kuhlmann nicht aus "emotionaler" Sichtweise, sondern "mit Fakten hinterlegt" ausgearbeitet sein sollte, wurde mit nur einer Enthaltung beschlossen. Für Olaf Schmidt bezieht sich der wichtigste Punkt in der Stellungnahme auf den Flächennutzungsplan, weil das Vorhaben nicht dessen Darstellungen entspricht. "Das passt absolut nicht", sagte er bezogen auf den Plan und die darin ausgewiesene Fläche als Umspannwerk.

Auch die "schädliche Umwelt-Entwicklung" mit der "erheblichen Geruchsbelästigung" findet in der Stellungnahme der Gemeinde Berücksichtigung. Gesundheitliche Beeinträchtigungen seien die Folge. Aber nicht nur auf die Einwohner der Umgebung wirke sich die Keimbelastung durch die 460000 Mastplätze aus, auch die Wälder würden durch im Kot entstehenden ätzenden Ammoniak "absterben". Weiterhin war sich der Rat einig, dass der Schwerlastverkehr während der Bauphase und beim Betrieb die "maroden Straßen" im Umland belasten würde und für den grundhaften Ausbau nicht das notwendige Geld vorhanden sei.