Behrendorf l Angekündigt hatte René Schernikau seine Kreistagskandidatur schon. Dass sie über die Liste „Pro Altmark“ erfolgen wird, war für die breite Öffentlichkeit neu. Vor dieser Entscheidung aber stand Schernikaus Einschätzung, dass Verbands- und Einheitsgemeindebürgermeister qua Gesetz automatisch gesetzte Mitglieder im Kreistag sein sollten. Genauso wie Bürgermeister in Verbandsgemeinden zwar stimmlos, aber automatisch für den Verbandsgemeinderat gesetzt sind. „Wir müssen ja die Interessen unserer Kommunen vertreten können“, so Schernikau. „Aber es ist wie es ist. Nun müssen wir uns unseren Platz erkämpfen.“

Die Wahl auf die Liste „Pro Altmark“ sei gefallen, weil Schernikaus Arbeit im Kreistag „eine sachbezogene, parteiübergreifende Politik zu Grunde haben muss“. Diese Option habe es bis zur Liste „Pro Altmark“ nicht gegeben. Die Entscheidung werde laut Schernikau auch der parteiübergreifenden Unterstützung gerecht, die er auf dem Weg zum Verbandsgemeindebürgermeister erhalten hatte. „Die Liste ist nicht parteilos, aber parteiübergreifend“, sagte Nico Schulz, der Arneburg-Goldbecks Neujahrsempfang in seinem Amt als Einheitsgemeindebürgermeister von Osterburg bewohnte. Und sagte, „dass wir uns sehr darüber freuen, René Schernikau mit dabei zu haben“.

Rund 120 Leute aus Politik, Wirtschaft, der Verwaltung, aus Vereinen, von den Feuerwehren und anderen Institutionen waren nach Behrendorf gekommen, tranken Sekt, lauschten dem Gemischten Chor Werben – und der Neujahrsansprache, die vor der finalen Beitrittserklärung auch einiges Drängen Schernikaus gen Land vorhielt. So habe sich am Heckmeck um die geplanten Schul-Verbinderbauten in Arneburg und Iden gezeigt, dass die Kommunalverfassung des Landes „keine ausreichenden Regelungen für Verbandsgemeinden, bei denen die Schulen, Kitas und Feuerwehrgebäude im Eigentum der Mitgliedsgemeinden verblieben sind, vorsieht“. Bezüglich des in Goldbeck geplanten Grundschulneubaus sei gewahr geworden, dass „das Vergabegesetz des Landes dringend angepasst werden muss. Wir haben eine Komplexität an Regelungen erreicht, die es zahlreichen Firmen zu einfach macht, gegen Verfahren vorzugehen“. Das wichtige Ziel, den Missbrauch von Haushaltsmitteln zu unterbinden, würde mit „derart deutscher Gründlichkeit“ angegangen, „dass selbst Beratungsstellen und Anwälte nicht mehr durchsehen, was noch rechtens ist“. Und wäre es nicht richtig, die Ziele der Landesregierung zum Erhalt der Grundschulen in der Fläche auch gesetzlich zu beschließen? So richtete Schernikau seine Bitte auf Unterstützung an den Landtagsabgeordneten Chris Schulenburg (CDU). Aber das ist die größere Politik.

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Im lokalen Jahresrückblick ging‘s ins Detail. Die Krusemarker Kita wird jetzt vom DRK geführt, unter den Kitas wurden „Partner-Kitas“ gebildet, die Arbeitsplätze der Kernverwaltung mit Stellenbeschreibungen versehen und die Mitarbeiter tarifkonform eingruppiert. Es wurde eine neue Kassensoftware in der Kämmerei eingeführt und das Ordnungsamt Arneburg ist nun barrierefrei – um nur Beispiele zu nennen. Mit dem Neubau der DRK-Kita Krusemark, dem Grundschulneubau in Goldbeck, den Schulverbinderbauten Arneburg und Iden sowie der Sanierung der Sporthalle Goldbeck stehen beziehungsweise stehen wahrscheinlich im Jahr 2019 auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde große Bauvorhaben an. Aber alles wäre nichts ohne das ehrenamtliche Engagement der Bürger. „Das Wichtigste im Leben ist nun mal das Leben: Freunde, Gesundheit, Liebe, Familie und Freundschaft.“ Die vielfältige ehrenamtliche Tätigkeit der Bürger bringe genau dies. „Sie machen unser Leben reich.“ Nachdem sich Schernikau auch mehrfach bei den kommunalpolitischen Vertretern alias VG-Rat sowie Stadt- und Gemeinderäte und außerdem bei seiner Mannschaft im Amt bedankte, war es Zeit für den gemütlichen Part. Für Schnittchen, teils mit Erdbeeren dekoriert. Auch das war Thema.