So läuft‘s

Der Wischeverein will das Prozedere am Freitag genau erklären, soviel vorab:

Bei amerikanischen Versteigerungen handelt es sich um eine Sonderform von Auktionen.

Während bei anderen Versteigerungen nur derjenige zahlen muss, der den Zuschlag bekommt, ist die amerikanische Versteigerung eine „All-pay-Auktion“. Jeder, der ein Gebot abgibt, zahlt den Differenzbetrag zum vorherigen Gebot. Das Endgebot entspricht dann nicht dem Preis, den einer für den Gegenstand zahlen muss, sondern den Einnahmen des Auktionators.

Dadurch werden oft Einnahmen erzielt, die über den Wert der zu versteigernden Gegenstände hinausgehen, da nicht Kaufkraft und Wertvorstellung eines einzelnen Bieters maßgeblich ist, sondern das Potenzial des gesamten bietenden Publikums.

Ein geschickter Bieter kann sein Schnäppchen machen, wenn er im richtigen Moment einmalig ein Gebot abgibt.

Der Ablauf sieht üblicherweise so aus: Man legt den Steigerungsschritt fest, etwa bei 5 Euro, das erste Gebot beträgt somit 5 Euro, das zweite 10 Euro... Jeder, der ein Gebot abgibt, zahlt seine 5 Euro unmittelbar nach dem Gebot in eine Kasse, wobei es jedem freisteht, auf das erste Gebot weitere folgen zu lassen. Man steigert so lange, bis sich niemand mehr findet, der bereit ist, das letzte Gebot zu überbieten.

(Quelle: Wikipedia)

Seehausen/Goldbeck l Das Bild sollte farbig sein, freundlich, in die vegetationsüppige Zeit um Pfingsten passen und zur Wische. Im Haus der Goldbecker Malerin Michaela Herbst wurde der Wischeverein fündig, das Werk mit Schaf auf der Wiese war schnell auserkoren. Michaela Herbst sponsert es als Beitrag zur Finanzierung der „Kultourspur“, die über Pfingsten an 32 Kulturorte in und nahe der Wische einlädt.

Wer als letztes die Hand hebt

Das Bild wird „flüssig“ über eine so genannte amerikanische Versteigerung. Sie findet am Freitag, 18. Mai, während der Auftaktveranstaltung zur „Kultourspur“ ab 20 Uhr in der Seehäuser Salzkirche statt. Clou einer amerikanischen Versteigerung ist, dass nicht nur einer, sondern mehrere für das Bild zahlen. Den Zuschlag erhält, wer als letztes die Hand hebt. Diese Form von Versteigerung wird häufig zu Gunsten gemeinnütziger Zwecke durchgeführt. „Grundgedanke dabei ist, dass man bereit ist, etwas zu spenden“, sagt Helmut Sasse als Vereinsvorsitzender. Der Verein sei selbst gespannt, wie es läuft.

Michaela Herbst wird am Freitag selbst anwesend sein und auch einige Worte zu ihrer Kunst sagen. Die Goldbeckerin, die im Bauamt der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck arbeitet, malt seit 1994 ganz intensiv. „Und ich werde auch ganz sicher nie wieder aufhören können zu malen.“

Das Bild direkt mit nach Hause nehmen

Dabei liegt die Leinwand auf dem Fußboden, „anders geht es bei dieser Maltechnik gar nicht.“ Michaela Herbst zitiert sie als „informell“. „Ich schaue, wo die Farbe hingeht, wenn ich vorher auch trotzdem weiß, was es werden soll.“

Irgendjemand kann am Freitag das Wische-Bild samt Schaf mit nach Hause nehmen, es ist gerahmt und bereit für seinen Bestimmungsort. Die Versteigerung wird im zweiten Teil der Veranstaltung stattfinden. Zum Programm am Abend gehören außerdem ein Auftritt der Gruppe „Carpenter und bacon“, ein Einblick ins Programm der „Kultourspur“ und über die Versteigerung hinaus auch Getränke und Snacks.