Ballerstedt l Das Maisymbol aufzustellen obliegt den Kameraden der örtlichen Feuerwehr; sie haben an diesem Tag Unterstützung von den Polkauer Brandbekämpfern bekommen. Es ist sehr windig, und die schlanke Birke, die die Feuerwehrleute am Abend zuvor aus dem Wald geholt und bis auf die Krone entastet hatten, ist nach Schätzung von Ortsbürgermeister Achim Pierau acht Meter hoch. „Da haben wir schon vier Meter abgesägt“, lässt einer der Kameraden durchblicken.

Frauen, junge Mädchen und Kinder schmücken noch schnell den Baum mit bunten Bändern. Dann erfolgt der feierliche Akt. Zwölf kräftige Männer legen sich in die Seile, ziehen, drücken am Stamm mit Leitern nach, haben gegen den Wind zu kämpfen, und kurze Zeit später steht der Baum im Loch und wird dort verkeilt. Ballerstedt hat wieder einen Maibaum.

Um den dreht sich dann das fröhliche Treiben. An dessen Vorbereitung hatten sich viele Bürger aus beiden Dörfern Ballerstedt beteiligt. Elf Kuchen wurden gebacken, Hochzeitssuppe gekocht, Fischbrötchen zubereitet, Würstchen und Steaks besorgt, eine Hüpfburg für die Kinder aufgebaut und „auch vieles mehr getan, was keiner sieht, aber getan werden muss, um eine ordentliche Maifaier auf die Beine zu stellen“, sagt Thomas Foth. An der Einfahrt zum Festplatz ist das Löschfahrzeug aufgefahren und dahinter historische Ballerstedter Löschtechnik zur Schau gestellt. An der Hecke ist eine Fotogalerie zu sehen mit Bildern der Maifeiern von 2009 bis 2017. Die Fahrzeughalle ist für diesen Tag für Tische und Bänke reserviert. Genügend Sitzmöglichkeiten gibt es auch auf dem Festplatz. Vom Grill riecht es einladend nach Gebratenem, es gibt genügend Getränke, auch Maibowle und Kinderbowle. Während der ganzen Feier werden Lose für eine von Elgin Schneider und Ines Pudell organisierte Tombola verkauft, für die 22 Sponsoren Preise spendiert hatten.

Bilder

Der Nachmittag beginnt mit Tanzdarbietungen von Ballerstedterinnen, denen schließt sich eine lustige Modenschau an, humorvoll moderiert von Lotte aus Ballerstedt, bürgerlich Karin Deutsch. Models sind allesamt Männer, die Frauenmoden aus den 1950-er, 60-er und 70-er Jahren zeigen. Sie machen das so prima, dass sie auch den Beifall verdient haben: mit damals vor allem auf dem Dorf gebräuchlichen Kittelschürzen, gestatten auch darunter Blicke auf warme rosa Unterwäsche, so genannte „Liebestöter“. Sie präsentieren Kleider aus Perlon und Petticoats aus Westpaketen für festliche Anlässe – „rattenscharf“ (Lotte), auf diese Weise ebenso „importierte“ Röcke, Blusen und so weiter. Einige haben sich Pelzstolen von „uns zugelaufenen Tieren“ (Lotte) umgelegt.

Alles in allem ist es wieder eine schöne Maifeier; Rainer Deutsch hat sie auf Video festgehalten und auch Brita Staschke hat sie fotografisch festgehalten, so dass die Bildergalerie fortgesetzt werden kann.