Seehausen l Gut, dass sich Betreiber und Förderer des Waldbades Seehausen sozusagen als gebrannte Kinder einmal mehr nicht auf Zuschüsse für die Sanierung des Schwimmbeckens verlassen haben. Womöglich wären die Türen der Naherholungsstätte im Schillerhain nach 81 Jahren sonst 2019 geschlossen geblieben.

Saisonstart am 1. Juni

Mit viel ehrenamtlichem Engagement insbesondere durch die handwerklich begabte „Rentnerbrigade“ und mit der Unterstützung hiesiger Firmen, die ihre Leistungen sponserten oder zum Sonderpreis offerierten, und natürlich mit Hilfe der so erfolgreich akquirierten Spenden wurden besonders im Nichtschwimmerbereich die Fugen tiefgründig saniert, die Stützmauer zum Schwimmerbecken frisch in Beton gegossen und die maroden Leitungen der Umwälzanlage zum Sanieren freigelegt.

Die Arbeiten stünden kurz vor dem Abschluss, so der Vereinsvorsitzende Walter Fiedler im Gespräch mit der Volksstimme. Noch in dieser Woche wird das gereinigte Becken mit dem obligatorischen Frühjahrsanstrich versehen, der ein paar Tage trocknen muss, bevor das Brunnenwasser für die Eröffnung zum Kindertag, 1. Juni, eingelassen werden kann.

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Wasserverluste gestoppt?

Danach wird sich schnell erweisen, wie erfolgreich der Aufwand war. Denn bröckelnder Beton und marode Wasserleitungen haben in der Vergangenheit immer für einen hohen Wasserverlust gesorgt, der kontinuierlich ausgeglichen werden musste. Das sorgte nicht nur für erfrischende Temperaturen im Schwimmbecken, sondern rief auch das kreisliche Umweltamt auf den Plan.

Momentan hat Walter Fiedler allerdings keinen Grund, nicht an einen Erfolg der Zwischensanierung zu glauben, obwohl nicht nur ihm eine Neubaulösung lieber gewesen wäre. Und weil die Hoffnung bekanntlich zum Schluss stirbt, wird auch weiter nach passenden Zuschussmöglichkeiten Ausschau gehalten.

Außerdem nahm er die aktuelle Fördermittelabsage und das ehrenamtliche Engagement zum Anlass, in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Seehausen darum zu bitten, perspektivisch doch einen regelmäßigen Zuschuss für die Naherholungseinrichtung im Haushalt zu verankern und die Hansestadt mit den Kosten für das Waldbad nicht ganz alleine zu lassen.

Und weil Seehausen nicht die einzige Kommune im Norden des Landes ist, die sich ein Freibad leistet, das nach dem Verständnis der Rechtsaufsichtsbehörden eine freiwillige und damit theoretisch eben auch eine verzichtbare Aufgabe ist, plant Fiedler jetzt einen Erfahrungsaustausch mit den Trägern altmärkischer Freibäder. Denn die dürften höchstwahrscheinlich alle ähnliche Sorgen von Unterhaltungskosten über die Finanzierbarkeit von Sanierungswünschen bis zum raren Aufsichtsfachpersonal oder zum Gewährleisten des Schwimmunterrichts umtreiben.

24 Einladungen sind dieser Tage an Kommunen in beiden Landkreisen rausgegangen. Das Treffen soll am Donnerstag, 6. Juni, im Waldbad stattfinden. Nun ist Walter Fiedler gespannt, wie groß die Resonanz ist. Im Idealfall könnte man sogar eine Interessengemeinschaft gründen, die mehr Gehör finden würde als ein einzelner Badbetreiber.