Seehausen l Auch wenn das Geld bei der Stadt Seehausen knapp ist, will die Bibliotheksleiterin Doreen Neumann etwas frischen Schwung in die Medienausleihe bringen, wovon im Grunde auch die Touristinfo aufgewertet würde. Zuschüsse sollen dabei helfen. Unter dem Motto „Vor Ort für Alle“ fördert der Deutsche Bibliothekenverband in diesem Jahr bundesweit zeitgemäße Bibliothekskonzepte in Kommunen mit bis zu 20 000 Einwohnern.

Das Geld wäre willkommen. Denn die Seehäuser Bibliothek hat einen vergleichsweise schwierigen Stand, weil sich die Kommune die Anlaufstelle bis auf wenige Zuschüsse für neue Medien oder Lese- und Schreibaktionen insbesondere für Schulkinder praktisch aus eigener Kraft leistet. Anders als in Osterburg, wo der Landkreis Stendal mit im Boot sitzt. Trotzdem hält die Hansestadt an der Einrichtung am Umfluter fest. Dass Bibliothek und Touristinformation unter einem Dach und einer Leitung firmieren, macht die Sache sicher etwas leichter.

Ländlichen Raum stärken

Erklärtes Ziel des Förderprogramms sei es, Ausleihstätten als sogenannte „Dritte Orte“ nach Zuhause und Schule im ländlichen Raum zu stärken und so einen Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen zu leisten, heißt es in der Beschlussvorlage, der die Mitglieder des Stadtrates um Bürgermeister Detlef Neumann zustimmten. Womit sie im Erfolgsfall auch den Weg für einen 25-prozentigen Eigenanteil für eine mögliche Maximalförderung von 25 000 Euro pro Bibliothek freimachten.

Das Geld soll für kleinere bauliche Veränderungen und Anschaffungen verwendet werden, die die Bibliothek etwas freundlicher gestalten und so zu einem Ort machen, an dem sich alle Generationen wohl fühlen und alleine, zu zweit oder in Gruppen/Klassen ohne Konsumzwang gerne aufhalten, was sich letztlich auch auf die Nutzerzahlen auswirken soll.

Doreen Neumann hat demnach angeregt, Stolperfallen an Türschwellen zu beseitigen, neue Regale und Sitzgelegenheiten sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich anzuschaffen. Denkbar wäre ein Kaffeeautomat zur Selbstbedienung per Münzeinwurf und ein Geschirrspüler, damit auf Einweggeschirr verzichtet werden kann. Dazu könnte die Medienausleihe einen neuen Fußboden und ein modernes Lichtkonzept vertragen.

Warten auf zweiten Anlauf

Dass Seehausen von dem kurzfristig ins Leben gerufenen Soforthilfeprogramm profitieren kann, ist zumindest mit einem großen Fragezeichen versehen. Denn obwohl das Zeitfenster für die Förderanträge erst Mitte Mai geöffnet wurde, war das Programm aufgrund der vielen Anfragen offenbar schnell überzeichnet. Anträge wurden zuletzt gar nicht mehr angenommen.

Da die Hoffnung zuletzt stirbt und die Erfahrung zeigt, dass bei Förderprogrammen manchmal „nachgelegt“ wird oder andere Antragsteller wieder abspringen, fassten die Stadträte den Beschluss, um schnell reagieren zu können, wenn sich wieder die Möglichkeit bieten sollte.