Seehausen l Sein Job macht ihn zwar noch nicht zum Zeitreisenden, aber zum Weltreisenden reicht es schon einmal. Nach vier Jahren Pause macht sich der Seehäuser Uhrmachermeister Günther Haut in einer Woche wieder auf den weiten Weg nach St. Petersburg, um feuervergoldete Empire-Tischuhren des Zarenhofes zu warten oder zu reparieren.

Mit zwei Kollegen aus Duisburg und Rostock, die wie er Mitglied im Fachkreis Historische Uhren Schloss Raesfeld sind, zieht es ihn dieses Mal aber nicht direkt nach St. Petersburg, sondern in den rund 25 Kilometer entfernten Katharinenpalast, der im Zweiten Weltkrieg nahezu zerstört, aber inzwischen wieder möglichst originalgetreu augebaut wurde und als besondere Attraktion sogar über eine neue Kopie des verschollenen Bernsteinzimmers verfügt. Die Arbeits- und Bildungsreise dauert 14 Tage. Das Engagement ist wie gehabt ehrenamtlich. Der Flug, Kost und Logis werden indes von den Gastgebern übernommen. Außerdem haben diese bislang immer für ein umfangreiches kulturelles Rahmenprogramm gesorgt, freut sich Günther Haut auf die Reise und neue Eindrücke aus Russland.