Flessau l Vor zwei Jahren schon einmal in der Debatte, gingen Anwohner des zwischen Kita und Dorfstraße gelegenen Abschnittes gegen eine Erschließung der Strecke auf die sprichwörtlichen Barrikaden. Neben der Sorge vor einer hohen finanziellen Beteiligung (bei einer Erschließung werden 90 Prozent der Kosten auf die angrenzenden Grundstückseigentümer umgelegt) äußerten Anwohner auch die Furcht, vor ihrer Haustür könnte eine Rennpiste entstehen und der Verkehr zunehmen.

Der Widerstand der Betroffenen führte schließlich dazu, dass die Kommune im Frühjahr 2017 von einer Erschließung des unbefestigten Teilstückes Abstand nahm. Nun aber liegen die Pläne erneut auf dem Tisch. Den Grund dafür erklärten Bürgermeister Nico Schulz (CDU) und Bauamtsleiter Matthias Köberle in dieser Woche auf einer Einwohnerversammlung im Flessauer Sportlerheim. Als die Kommune beim Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten (ALFF) Fördergelder für die Neugestaltung der Straße beantragte, der Ausbau des befestigten Teilstückes zwischen Schule und Kita stand nie zur Disposition, habe man dies für die gesamte Fahrbahn getan. Jetzt sei die Förderung bewilligt worden. Und dies in einem beachtlichen Umfang. Bei Gesamtkosten in Höhe von 554.000 Euro, wie sie im Osterburger Bauamt veranschlagt werden, habe das ALFF eine Finanzspritze von 350.000 Euro zugesagt. Ein „richtig guter Förderanteil“, kommentierte Horst Janas.

Der Flessauer, sowohl Mitglied im Ortschafts- als auch im Stadtrat, warb auf der Einwohnerversammlung für das Vorhaben inklusive Erschließung des unbefestigten Teilstückes, „weil wir so eine Förderung für die Neue Straße nicht noch einmal bekommen.“ Bürgermeister Nico Schulz stellte sich „auch im Sinn der Entwicklung der Ortschaft Flessau“ hinter das Projekt. Man müsse zudem bedenken, dass mit der Befestigung der Straße eine Wertsteigerung für die angrenzenden Grundstücke einher gehe. Schließlich sagte Bauamtsleiter Matthias Köberle, dass die Erschließung des unbefestigten Abschnittes sehr minimalistisch ausfallen würde. Dadurch sollen sich die Kostenbeiträge der betroffenen Anwohner in Grenzen halten.

Klar ist aber auch: Ob auf der Neuen Straße zwischen Dorfstraße und Kita tatsächlich gebaut wird, ist noch nicht entschieden. So stellten Ortsbürgermeisterin Silvia Böker und Horst Janas eine Anliegerversammlung in Aussicht, um mit den Anwohnern über das Vorhaben zu sprechen. Erst nach diesem Termin dürften die Stadtväter darüber befinden, ob das Projekt verwirklicht wird oder nicht. Voraussichtlich werden Ausbau und Erschließung der Neuen Straße auf der Februar-Sitzung des Stadtrates zur Abstimmung stehen, kündigte Nico Schulz auf der Einwohnerversammlung an.