Osterburg l Das Dach wurde bereits 2017 eingedeckt, Fassade und Fenster sind ebenso erneuert. Zudem ist der Eingangsbereich auf der Hofseite des gegenüber der Volkssolidarität liegenden Gebäudes auf Vordermann gebracht. Während dieser Arbeiten wurde auch eine Rampe gebaut, die dafür sorgt, dass gehbeeinträchtigte Menschen oder Rollstuhlfahrer keine Treppe überwinden müssen, um in das Gebäude­innere zu gelangen. Öffnet sich die Tür, ist von der Sanierung des Hauses aber kaum noch etwas zu spüren. „Dort muss sich in der Tat noch viel tun“, bestätigt Bauamtsleiter Matthias Köberle. Um erklärend hinzuzufügen, dass die Kommune aber nur tatsächlich Notwendiges über die Bühne bringen werde. Zum einen, weil das aus Städtebaumitteln und eigenen Geldern zusammengestellte Budget von rund 100 000 Euro nicht mehr zulasse. „Und wir müssen uns außerdem darüber im Klaren sein, dass es sich um eine Notunterkunft handeln wird“, begründet Köberle.

Der möglichst einfach gehaltene Ausbau der Räumlichkeiten, der unter anderem den Einbau neuer sanitärer Einrichtungen umfasst, wird sich ausschließlich auf das Erdgeschoss des Gebäudes beschränken. Ober- und Dachgeschoss bleiben außen vor, den möglichen Raumbedarf für Obdachlose sieht man im Osterburger Rathaus schon durch die Zimmer in der unteren Etage gedeckt.

Geht es nach dem Bauamtsleiter, soll das Gebäude im Herbst dieses Jahres wieder von Obdachlosen genutzt werden können. Damit wäre auch eine Lücke gefüllt, die sich vor fünf Jahren mit der offiziellen Außerdienststellung des Gebäudes aufgetan hatte. Die Einheitsgemeinde gab die Aufgabe zur Unterbringung von Obdachlosen damals an einen Privatanbieter in einer Nachbarstadt ab. Seit 2016 arbeitete Osterburg aber wieder an einer eigenen Lösung. Zuerst in Gestalt eines Wohncontainers im Gewerbegebiet. Als Brandschutzauflagen den schon begonnenen Ausbau des Containers aber dramatisch zu verteuern drohten, schwenkte die Kommune wieder auf ihr früheres Obdachlosenheim an der Ecke Gartenstraße/Werbener Straße um. Die Erneuerung von Dach, Fassade und Co. konnte die Einheitsgemeinde über Fördergelder aus einem Notsicherungsprogramm finanzieren. Für den Innenausbau greift die Kommune nun in die eigene Tasche, um das Haus bis zum Herbst „bezugsfertig“ zu machen. „So sehen unsere Vorstellungen aus. Momentan sind wir dabei, die Planung für den Innenausbau noch einmal auszuschreiben. Die eigentlichen Arbeiten im Gebäude könnten dann über den Sommer hinweg ausgeführt und zum Abschluss gebracht werden“, kündigte Köberle an.

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