Werben l Die Offene Kirche hat ihre Zeit in der Werbener St. Johanniskirche beendet. Ein Team von Ehrenamtlichen um Margret Zwinzscher sorgte wieder einmal für tägliche Öffnungszeiten in dem Werbener Wahrzeichen. Die Frauen und Männer begrüßten viele Besucher und gaben Informationen zu den „Schätzen“ in der Kirche.

Margret Zwinzscher bedankte sich bei „ihrer“ Mannschaft, die die Johanniskirche „mit Leben erfüllt hat“. „Die Offene Kirche begann in diesem Jahr, bedingt durch die pandemische Lage, erst am 31. Mai“, blickte die Hauptorganisatorin im Café Lämpel zurück. „Wir konnten nach dem späten Start sehr viele Besucher begrüßen“, fällt ihr Fazit sehr positiv aus. Coronabedingt verbrachten viele Deutsche den Urlaub im eigenen Land und entdeckten auch die elbnahen Regionen mit dem Rad.

Die 1466 in zwei Bauabschnitten fertiggestellte St.-Johannis-Kirche wurde in diesem Jahr durch zwei Ausstellungen bereichert: Das waren die Skulpturen von Ilse-Marie Vogel aus Quedlinburg und die Lichtobjekte von Kerstin Schneggenburger aus Losenrade. Beide seien von den Gästen sehr beachtet worden, erwähnte Margret Zwinzscher. „Die Ausstellungen boten einen gewissen Ausgleich zum dunklen Altarraum, der wegen der Bauarbeiten den ganzen Sommer im Nachtmodus blieb.“

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In diesem Jahr lief auch eine große Spendenaktion – so füllte sich die Kasse für die beeindruckende Orgel, die auch vielen Werbenern am Herzen liegt. „Wir alle wollen erleben, dass sie wieder erklingt“, betont Margret Zwinzscher. So gab es einige Initiativen, die sie beim Rückblick erwähnte. Klaus Kirstein kaufte Postkarten mit Glasmalereien vom Weihnachtsfenster – der Erlös dieser Karten ging in die Orgelpfeife. Wie auch von der Vo- kalgruppe Osterburg verkaufte CD. Renate Haase bot zudem viele Topflappen in der Kirche an: „Der eigens dafür von Gundi Quiel herbeigeschaffte Tisch bot einen schönen Anblick für alle handarbeitsbegeisterten Besucher, die Topflappen gingen weg wie warme Semmeln“, freuten sich die Offene-Kirche-Mitglieder. Großzügig von ihr aufgerundet konnte Renate Haase eine Spende von 1000 Euro beim Erntedankfest an Jochen Großmann übergeben. Die Handarbeitsfrauen hatten sich der Aktion angeschlossen und übergaben durch den Verkauf ihrer Erzeugnisse auch eine Spende für die Orgel. „Wir hoffen nun, dass das Klingen der Orgel wieder etwas nähergekommen ist!“

Das Team der Offenen Kirche bedankte sich auch bei allen, die sich im Verborgenen engagieren. Einige fegen unermüdlich, andere jäten Unkraut oder entsorgen den anfallenden Müll. Margret Zwinzscher „verteilte“ auch an Ingrid Gallasch und Willi Schultze ein großes Dankeschön. Sie ließ nicht unerwähnt, dass im September die Fledermausexperten in Werben anwesend waren, die mit ihrem Vortrag „vielleicht das Ansehen dieser wundersamen Tiere für uns in ein anderes Licht rückten“. Sie seien Bewohner der Kirche, die täglich bis zu fünftausend Mücken fressen. „In diesem Jahr fehlt mir das Singen. So war es eine Bereicherung, dass wir manchmal Gäste hatten, die mit uns in den Zeiten der Offenen Kirche singen wollten“, sagte sie abschließend.

Die nächste Öffnung der Werbener Kirche soll beim Biedermeier-Christmarkt sein, falls er veranstaltet wird. Geplant ist dieser am dritten Advents-Wochenende. St. Johannis soll dann am 12. Dezember von 12 bis 19 Uhr und am darauffolgenden Tag von 11 bis 17 Uhr geöffnet sein.