Flessau l „Am Abend vorher träume ich immer, es kommt keiner“, ließ Olaf Jaensch am Sonnabendvormittag erleichtert den Blick über die freudig gespannten Gesichter der etwa 200 Gäste schweifen. „Wieder ein sehr gutes Zeichen…“, stellte der Flessauer Grundschulleiter beim Auftakt in der voll besetzten Turnhalle erstaunt über das große Interesse am Tag der offenen Schultür fest. Eltern, Großeltern, Geschwister, Bekannte, Freunde – sie alle waren der Einladung zu einem Rundgang durch jedes Klassenzimmer gefolgt. Darin luden Experimentierstationen zum Auffrischen des eigenen physikalischen Wissens ein, gab es künstlerische Arbeiten zu bestaunen, verschiedene fächerübergreifende Arbeiten aus dem aktuellen, bald beendeten Schuljahr zu entdecken, waren Fotos und Videos an Leinwände geworfen, wurde eine Schülerzeitung verkauft. Das und vieles mehr. Wie alle zwei Jahre hatte das achtköpfige Lehrer-Team auch 2016 für viel Abwechslung gesorgt. „Hinter jeden bunten Tür eine tolle Überraschung“, zeigten sich zum Beispiel Phoebe und ihre Mama im Unterrichtsraum der 2a begeistert. Hier wird die Achtjährige Neu-Storbeckerin nach den großen Ferien täglich lernen und freue sich schon sehr auf ihre neuen Mitschüler. Klar, dass sie sich die Chance nicht entgehen ließen, sich mit der Umgebung und den Menschen vertraut zu machen.

Apropos: Die vielleicht letzte Chance; zumindest aber eine sehr günstige Gelegenheit, die 1969 gebaute Grundschule vor der großen Umbaumaßnahme im kommenden Jahr noch einmal in der aktuellen Beschaffenheit und Aufteilung besichtigen und dabei in Erinnerungen schwelgen zu können. Auch das – ja, sei ein Grund für das zahlreiche Erscheinen an diesem sonnig-warmen Tag, bestätigten etliche Besucher. Und irgendwie auch logisch, dass die geplante millionenschwere Investition draußen auf dem Schulhofgelände in aller Munde war - ob bei Kaffee und Kuchen, den die Drittklässler in einer der fünf Holzbuden verkauften, am Grillstand der vierten Klasse oder bei der Getränkestation von Klasse Zwei. Die Kinder tummelten sich derweil lieber vor der Hütte von Marina Rösel. Die Hort-Chefin hatte eine große Tombola organisiert, so auch die ersten Klassen in Gemeinschaft mit der vierten. Zum Besuchermagneten entwickelte sich bei Jung und Alt zudem der Musikraum in der ersten Etage. Sprachlos verblüfft von der Kreativität und voller Bewunderung für die handwerklichen Fähigkeiten der Flessauer Mädchen und Jungen ließ sich an einem großen Modell und etlichen Zeichnungen entdecken, wie sich die Kinder ihre Schule vorstellen. Nicht wenige Erwachsene schienen sich bei dem Anblick an die Eingangsworte von Olaf Jaensch zu erinnern, eigene Vorschläge für die Fassadengestaltung einfließen zu lassen; griffen beherzt zu Kopiervorlage und Buntstiften.

Mit Herz – so wurde auch zu diesem Anlass das Bühnenprogramm zusammengestellt und vorgetragen. „Mundartig“ witzig moderiert von den beiden Viertklässlern Markus und Tony. Denn „Up dan Scholhoff – jeiht dat mannig Mol lustich to“. Die Schulglocke ertönt über Lautsprecher; Einmarsch der Plattschnacker. „Seit Februar proben wir das Stück“, so Lehrerin Heike Kurtze. Die Premiere auf großer Bühne beim „Theatertreffen Niederdeutsch“ in Magdeburg vergangene Woche sei mehr als geglückt. Mit ihren 22 Schölern und einigen Eltern reiste die engagierte Plattdeutsch-Rednerin – gesponsert vom Landesheimatbund – an und hat als eine von acht Gruppen aus der Börde, dem Elb-Havel-Winkel und der Altmark ihr Können vor begeistertem Publikum bewiesen. Für etliche Lacher und gute Unterhaltung sorgte die Gruppe mit ihren kurzen Schul-Sketschen und Liedern auch vor begeistertem Flessauer Publikum. Dieses spendete viel Applaus auch für das Klavier-, Keyboard- und Flötenspiel, den fröhlichen Fische-Chor der Erstklässler und den energiegeladenen Schlusspunkt der Line-Dancer.

Bilder