Rossau l „Das ist nicht zu begreifen.“ Ortsbürgermeister Bernd Drong zeigt auf Wurzel­stücke, die umsichtige Rossauer zuletzt aus dem aufgetürmten Holzhaufen geklaubt haben. „Ganze Bäume sind hier abgeladen worden. Dabei gehören die gar nicht hier her.“ Ebenso wie Grüngut, dass so überhaupt nicht unter die Beschreibung „trockenes Schnitt- und Spaltholz“ fällt. Und nur letzteres darf sich laut entsprechender Gefahrenabwehrverordnung der Einheitsgemeinde im Scheiterhaufen befinden, wenn das Feuer entfacht wird.

Schranke soll helfen

Die Wirklichkeit ist aber eine andere. Und so haben die Organisatoren des Rossauer Osterbrauchs wenige Wochen vor dem Abbrennen alle Hände voll zu tun, um die nicht erlaubten Materialien aus dem Haufen zu entfernen und das Brenngut gleichzeitig auf ein beherrschbares Niveau zu reduzieren. Wieder einmal. Erst im Herbst brannte im Ort aus dem gleichen Grund schon ein Oktoberfeuer ab, um das gelagerte Holz zu verringern. Seitdem aber ist der Haufen erneut beträchtlich angewachsen, Grün und Wurzeln inklusive. Und das Gut stammt nicht nur aus Rossau, sondern werde auch aus der Nachbarschaft das Dorfes angekarrt, sagt Drong. Nun ist die Geduld der Rossauer endgültig erschöpft, fügt der Bürgermeister mit Blick auf den aufgeschichteten Berg hinzu.

Einige Einwohner brachten den Haufen zuletzt noch etwas in Ordnung. Dauerhaft helfen soll aber ein anderer, rigider Schritt, über den sich der Ortschaftsrat einig sei. Der ungehinderten Zufahrt auf das Freizeitgelände werde ein Riegel vorgeschoben. „In Form einer Schranke, die den Weg absperrt“, erklärt der Ortschef. Die behindert den Besuch der Freizeitanlage nicht wirklich, weil Nutzer und Besucher ihren Pkw auf einer angrenzenden Grünfläche abstellen können. Wer aber anhänger- oder kofferraumweise Abfälle ankarrt, wäre bei der Fahrt zum Sammelplatz im nördlichen Bereich des Freizeitgeländes dank der Schranke auf dem Holzweg, hoffen die Ortspolitiker. Zusätzlich sollen in den Boden gerammte Holzpfähle dafür Sorge tragen, dass sich Fahrzeuge nicht einfach links oder rechts an der Schranke vorbei mogeln.

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So dürfte der Weg hin zum Brennhaufen mühevoller ausfallen. Ob der Missbrauch damit ein Ende findet, bleibt abzuwarten. Bernd Drong machte deshalb auch deutlich: Führen Schranke und Holzpfähle nicht zum erhofften Erfolg und bleibt das Problem mit dem Brenngut bestehen, sei auf Dauer nicht auszuschließen, „dass wir uns von der Tradition des Osterfeuers verabschieden müssen. Und das wäre sehr schade, schließlich ist es für viele unserer Einwohner eine schöne Gelegenheit, in geselliger Runde zusammenzukommen und gemeinsam ein paar gemütliche Stunden zu verleben“, stellte der Ortsbürgermeister abschließend fest.