Osterburg l Zur Vorgeschichte: Nach dem Skikurs zu Anfang des Jahres gründeten Ida-Lia Salomon und Matthias Netal die Apokryphen-Gruppe. Den Spaß am Schreiben wollten die Zwölftklässler aber auch mit anderen teilen, und so luden sie zur „Poetry-AG“, trafen sich mit Schülern der 9., 10. und 12. Klasse immer freitags in der 7. und 8. Stunde. Doch wie das bei einem Wettstreit nun mal so ist, am Freitag waren alle Einzelkämpfer.

In der Vorrunde durften fünf Personen aus dem Publikum Text und Vortrag bewerten und direkt danach maximal zehn Punkte vergeben. Eine spannende Angelegenheit, so spannend wie die Texte von Niels Baumbach, Milena Vojtech, Ida-Lia Salomon, Paula Heidenreich, Matthias Netal und Justus Herbst.

„Ich finde es ganz toll, dass die Schüler das allein organisiert haben“, schwärmte Angelika Trösken, die die 15-jährige Paula Heidenreich aus dem Kunstunterricht kennt. „Ich kann mich noch gut an ihre Erläuterung zu einem Bild erinnern und finde es schön, die Schüler einmal anders zu erleben und zu wissen, wie sie denken.“

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Ute Batt aus Arendsee staunte nicht schlecht über die Gedanken ihrer Enkelin Paula. Wie sie den Tagesablauf mit dem gleichen Muster schilderte und die Beziehung zu einem Mitschüler beschrieb, der anders ist und den sie trotzdem mag, gefiel ihr besonders. „Schaffe Veränderung fürs Schweben“ - das hatte was.

Niels Baumbach erzählte die Lebens- und Liebesgeschichte eines jungen Mannes, in der sich Phantasie und Wirklichkeit verwischen. Milena Vojtech bemerkte: „Du und dein Traum - eine Gleichung, die du nicht verstehen kannst.“ Auch bei ihr spielten zwischenmenschliche Beziehung eine Rolle. Dunkle Augen sind ihre Motivation, im langweiligen Unterricht wach zu bleiben.

„Und jetzt kommt Ida-Lia Salomon, die diesen Abend ins Leben gerufen hat“, kündigte Moderatorin Anna Kusch an. Zu jung fürs Sammeln von Briefmarken, also sammelt Ida-Lia Uhren, denn „Zeit ist das, was man von der Uhr abliest.“ Zitat: Einstein. Zwanzig Sekunden, um aufzustehen, können kurz sein, als Werbung aber unendlich erscheinen. Anstatt mal was zu wagen, können wir uns am besten beklagen... „Müde von Dingen, die uns müde machen... was zu ändern, ist schwer, also tun wir‘s nicht. Seid dagegen, wenn ihr dagegen seid!“

Mit ihrem Vortrag hatte die Poetin ihren Finalplatz sicher.

Zum Nachdenken hatte Matthias Netal ebenfalls einiges in petto. „TeeEyeEsEe“, so der Künstlername, den er auch als Rapper benutzt. Seit zwei Jahren schreibt er Texte: „Ich habe Musik gesucht, um Musik zu finden, die ausdrückt, was ich denke“ - das führte zu eigener Dichtung, zu einem Rap über Gott mit der Frage: Was hast du erschaffen - eine Welt voller Liebe, geprägt von Hass? Justus Herbst schloss mit Gesellschaftskritik den Kreis der Vortragenden.

Letztlich entschied der Applaus des Publikums, wer über das während des Programms gesammelte Spendengeld in Höhe von 321 Euro verfügen durfte. Paula Heidenreich aus Klein Schwechten, die mit ihrem Umwelt-Text und ihrem Vortrag zum Abschluss alle überzeugt hatte, machte Eltern, Oma und Nachbarn stolz und spendete das Geld dem Nabu.

Mit Musik der Schülerband und Kuchen der Ortsgruppe Mission Lifeline (Seenotrettung) klang der Abend aus.