Osterburg l Ein halbes Unterrichtsjahr musste die Schule mit einer unbesetzten Sportlehrerstelle klarkommen. Doch dieses Manko hat sich zum Schulstart erledigt. Alexander Zieglarski (42) werde die Vakanz ausfüllen und das nun 18 Pädagogen zählende Lehrer-Team verstärken, freut sich Doreen Melms auf den neuen Kollegen. Davon abgesehen bleibe die Personaldecke aber dünn. Ganz besonders im Bereich Biologie/Chemie, „wo uns nach dem Ausscheiden von Eva Handtke leider nur noch eine Lehrerin zur Verfügung steht. Das wirkt sich natürlich auf den Stundenplan aus“, bedauert sie. Für ihre Schule hat sie eine Unterrichtsversorgung von 94,6 Prozent ausgemacht. Das sei schon ein Stück entfernt von der gesetzlich vorgegebenen Zielvorgabe von 102,5 Prozent, aber derzeit in der örtlichen Bildungslandschaft eher die traurige Regel, konstatiert die Leiterin.

Kennenlerntage für die Fünftklässler

Die Vorfreude auf das neue Unterrichtsjahr lässt sich die Osterburgerin aber nicht nehmen. Ganz im Gegenteil, „es kribbelt schon wieder“, bestätigt sie schmunzelnd mit Blick auf das erste komplette Unterrichtsjahr, das sie als Leiterin der Osterburger Sekundarschule in Angriff nimmt. Einige Neuheiten und Ideen inklusive. Letzteres betrifft zum Beispiel den Schulplaner, den sie an ihrem früheren Arbeitsort in Arendsee kennen- und schätzen gelernt hat. Das Büchlein, das unter anderem wichtige Termine und Informationen der Sekundarschule enthält und nicht zuletzt als Hausaufgabenheft Verwendung findet, haben sämtliche 255 Schüler erstmalig erhalten. Selbstverständlich auch die 40 Fünftklässler, für die vom Auftakt am Donnerstag bis zum folgenden Montag an Kennenlerntage gedacht ist. Für die Begleitung hinein in den Unterrichtsalltag der Sekundarschule stehen Jugendliche aus der achten Klassenstufe bereit. „Sie schlüpfen in die Paten-Rolle. Dafür werden sie am Mittwoch, noch vor dem Unterrichtsstart, extra geschult“, kündigt Doreen Melms an. Auf die neuen Fünftklässler warten im Übrigen nicht nur die üblichen Tests wie in Deutsch oder Mathe, um ihren Kenntnisstand zu ermitteln. Vielmehr soll auch Augenmerk auf motorische Kompetenzen, Hören, Sehen und Visualisieren gelegt werden, „um rechtzeitig Defizite in diesen Bereichen erkennen zu können“.

Schule plant eine Ausbildungsmesse

Neues bahnt sich auch abseits des Unterrichtsbetriebes an. Noch in diesem Monat soll sich eine Schülerfirma gründen, die, ähnlich wie „Mags“ am Markgraf-Albrecht-Gymnasium Versorgungsaufgaben übernehmen könnte. In der von den Lehrern Edda Dost und Frank Bögner sowie Schulsozialarbeiterin Karin Rühlmann betreuten Firma sollen perspektivisch mindestens jeweils zwei Schüler aus allen Klassenstufen mitarbeiten, wünscht sich Doreen Melms. „Wir starten aber erst einmal mit der achten Klassenstufe“, fügte sie hinzu.

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Einen ersten größeren Auftrag für die Schülerfirma hat Doreen Melms übrigens schon an Land gezogen. Wenn im September die zweite Auflage des Osterburger Radrennens über die Bühne geht und das Schulgrundstück wieder zum „Fahrerlager“ avanciert, wird die Schülerfirma eine Versorgungsstation aufbauen. Das sei so mit dem Osterburger Bürgermeister Nico Schulz (CDU) vereinbart, erzählte Doreen Melms.

Ein anderes spannendes Projekt kündigt sich für den 25. September an. Zu diesem Tag holt sich die „Karl-Marx“-Schule mit Unterstützung des Landkreises und in Zusammenarbeit mit dem Osterburger Gymnasium erstmalig eine große Ausbildungsmesse ins Haus. Zahlreiche Unternehmen seien angeschrieben und zur Teilnahme an der Messe eingeladen worden, berichtete die Schulleiterin, die sich eine möglichst große Resonanz auf das Angebot wünscht. „Nicht nur aus unserer Schule, die Ausbildungsmesse steht selbstverständlich auch interessierten Gymnasiasten und ihren Eltern offen“, fügte sie abschließend hinzu.