Goldbeck l Zwei Stunden übten sie in einem Basiskurs mit den Seilen. Dann folgte vor Tagesstättenknirpsen die Generalprobe, bevor ihre Mitschüler das einstudierte Programm der Goldbecker Viertklässler sehen konnten. Das stammte aus einem Seilspring-Projekt der Deutschen Herzstiftung und ist darauf angelegt, den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder zu fördern. Dieses Projekt hatte Petra Schultz-Glaue aus dem Kompetenzzentrum Frühe Bildung der Hochschule Magdeburg-Stendal mit nach Goldbeck gebracht. In Form eines Workshops, der als Einstieg in das Gesamtprojekt „Skipping Hearts” (Springende Herzen) zu verstehen ist. Ohne Leistungsdruck soll die Freude der Kinder an der Bewegung genutzt werden. Ausgehend von einfachen Bewegungserfahrungen vom Seilspringen werden in zwei Schulstunden die Grundtechniken des „Rope Skipping“ kind- und schulgerecht vermittelt.

Laufen, Springen, Ballspielen – dies entspreche eigentlich dem natürlichen Bewegungsdrang von Kindern – gehört nach Einschätzung der Projekt­initiatoren nicht mehr selbstverständlich zu ihrem Tagesablauf. Viele würden stundenlang am Computer spielen oder vor dem TV sitzen. Und: Wer als Erwachsener am Herz erkrankt, kann die Entstehung dafür schon im Kindesalter begünstigt haben. Neben der genetischen Veranlagung seien insbesondere Bewegungsmangel, Übergewicht und eine schlechte Ernährung Risikofaktoren. Als Folgeerkrankungen könnten Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen entstehen. „Skipping Hearts“ möchte Kinder bewegen und bietet ihnen ein Training im Bereich des sportlichen Seilspringens an. „Rope Skipping“ eigne sich gut, um Kindern eine gute sportmotorische Basis zu vermitteln. Denn im Team würden Schnelligkeit, Ausdauer und Kraft, aber auch Koordination, Beweglichkeit und das Rhythmusgefühl verbessert.

„Eine ganz tolle Sache“, schätzte Schulleiter Jens-Uwe Marquardt ein, der diese Art der Herz-Vorsorge mit seinen Schulkindern auch schon in Iden durchgeführt hatte. Bereits während des Grundlagen--Workshops wurden Übungselemente des „Skipping Hearts Champion-Programms“ vorgestellt. Diese können die Schüler in einer zweiten Stufe nun in Eigenregie in einem kontinuierlichen Training vertiefen. Dafür bekamen sie ein kostenloses Schulpaket, bestehend aus Springseilen, einem Lehrerhandbuch und Trainingsheften.

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Teilgenommen hatten in Goldbeck die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse. Die jüngeren Klassen waren als Zuschauer begeistert dabei. Nach den einstudierten Vorführungen konnten sie sich alle im Seilspringen versuchen.

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