„Altmärkische Wische“ setzt auf Sonnenenergie

Solarmodule verhindern Windräder

Die Gemeinde „Altmärkische Wische“ öffnet Solarpark-Investoren jetzt endgültig Tür und Tor. Das kann perspektivisch die kommunalen Kassen auffüllen, verhindert aber erst einmal auch den Bau von Windkraftanlagen.

Von Ralf Franke
Eine  61 Hektar große Fläche, die die Gemeinde ?Wische? in dieser Woche für die Gewinnung von Sonnenstrom durch Photovoltaik reserviert hat, befindet sich nördlich von Falkenberg. Im Süden sind  am Horizont die Windparks bei  Osterburg und um Arneburg-Goldbeck zu sehen, die in der Region verhindert werden sollen.
Eine 61 Hektar große Fläche, die die Gemeinde ?Wische? in dieser Woche für die Gewinnung von Sonnenstrom durch Photovoltaik reserviert hat, befindet sich nördlich von Falkenberg. Im Süden sind am Horizont die Windparks bei Osterburg und um Arneburg-Goldbeck zu sehen, die in der Region verhindert werden sollen. Foto: Ralf Franke

Neukirchen - Nur zwei Wochen nach der Juli-Sitzung kam der Gemeinderat „Altmärkische Wische“ in dieser Woche erneut zusammen. Wichtigstes Thema waren Aufstellungsbeschlüsse für Bebauungspläne im Gemeindegebiet, die ein Investor für Energiegewinnung mit Hilfe der Sonne auf derzeit noch landwirtschaftlich genutzten Flächen verfolgt.

Im Frühjahr 2020 hatte das betreffende Unternehmen Kontakt mit der Kommune aufgenommen. Im Juni wurden erste Pläne vorgestellt, worauf der Gemeinderat einen Grundsatzbeschluss zur Errichtung von Photovoltaikparks fasste. Jetzt folgte ein Antrag an die Gemeinde, der konkret geeignete Flächen enthält. Letztere werden in insgesamt vier Bebauungsplänen berücksichtigt: „Neukirchen-Lichterfelde Ost“ (rund 330 Hektar), „Neukirchen-Lichterfelde West“ (rund 320 Hektar), „Falkenberg Nord“ (rund 61 Hektar) und „Falkenberg-Lichterfelde Süd“ (rund 92 Hektar).

Dass die Kommunalpolitiker vier Beschlüsse fassten, soll unter anderem verhindern, dass die Planungen auf dem kompletten Eignungsgebiet zum Erliegen kommen, wenn es Schwierigkeiten bei einem Standort geben sollte, erläuterte Wirtschaftsförderin Lisa Weigelt die Beschlusslage. Sie wies auch darauf hin, dass die insgesamt gut 800 Hektar nicht komplett mit Solaranlagen bebaut werden sollen, was bei einer Gemeindefläche von etwa 6700 Hektar eine echte Hausnummer wäre. Bislang ist auch erst eine Größenordnung von etwa 100 Hektar anvisiert. Cira 50 Hektar gelten an der Stelle als Grenze für die Wirtschaftlichkeit der Investition.

Alle Beschlüsse passierten den Gemeinderat bis auf eine Gegenstimme mit großer Mehrheit. Ähnlich einmütig sah es bei den vier Veränderungssperren aus, mit denen die Kommunalpolitiker um Bürgermeister Willi Hamann die Einzelgebiete im Anschluss belegten. Die dienen der Sicherung der planerischen Ziele, zu denen sich die Gemeinde bekannt hat – in dem Fall die Gewinnung von Solarstrom.

Mit dem Bekenntnis zu dieser Art der Energieerzeugung hat sich die „Wische“ auch Luft vor Investoren verschafft, die zwischen Aland und Elbe Windkraftanlagen bauen wollen, die sich vor Ort indes keiner großen Beliebtheit erfreuen. Die Sperrung gilt allerdings nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag, sondern erst einmal für zwei Jahre. Wenn die Solar-Pläne bis dahin nicht weit genug vorangetrieben wurden, sind zwei Verlängerungen um je ein Jahr möglich. Dann könnte das Rennen wieder neu gestartet werden.