Osterburg l Einst beherbergte der Bau einen Drogeriemarkt, mittlerweile ist das am Rande des Wohnquartiers „An der Golle“ gelegene Gebäude dem Verfall preisgegeben. Zerschlagene Scheiben und eine sperrangelweit geöffnete Tür geben den Blick frei auf beschmierte Wände. Anwohner haben schon desöfteren besorgt beobachtet, dass das Haus für Kinder oder Jugendliche zum vermeintlichen Abenteuerspielplatz avanciert ist. „Kann die Stadt dagegen nichts machen?“, will ein Leser wissen. So ganz einfach scheint das nicht. Denn während Ordnungsamtsleiter Matthias Frank im Osterburger Rathaus bestätigt, „das Problem mit dem Markt zu kennen und es zu prüfen“, eröffne sich für die Kommune nur dann ein Spielraum, wenn von einem derartigen Objekt nachweislich eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehe. Immerhin könnte man dies angesichts zerstörter Fensterscheiben und offener Tür bei dem betreffenden früheren Marktgebäude durchaus konstatieren.

Noch schwieriger dürfte sich dagegen gestalten, ein weiteres Osterburger Ärgernis aus der Welt zu schaffen. Und zwar am frisch aufgewerteten Spielplatz nahe der Moritzburg. Während es die Initiatoren aus den Reihen des städtischen Ortschaftsrates freuen dürfte, dass die Tobefläche jetzt offenkundig zahlreiche Kinder anzieht, hat der Ansturm auch unerfreulichere Konsequenzen. So sei die südlich an den Spielplatz grenzende Hecke ramponiert, weil sich Kinder dort Buden bauen würden, ärgert sich eine Osterburgerin, die in der benachbarten Kleingartenanlage „Zur Erholung“ eine Parzelle betreibt. Und das sei es noch nicht gewesen. So habe sie feststellen müssen, dass einige Spielplatzbesucher auch schon die Gartenanlage für sich entdeckt hätten. Unter deren Spiel- oder Erkundungstrieb hätten schon Gemeinschaftsanlagen der Kleingärtner leiden müssen.

 Im Osterburger Rathaus nimmt man diese Beobachtung zur Kenntnis. Wie wirksam gegengesteuert werden könne, scheint jedoch offen, abgesehen von der Zusicherung, dass dort öfter mal ein Mitarbeiter der Stadt nach dem Rechten schauen könne. Und das ist dann immer noch mehr, als die Kommune an der verwilderten Fläche unternehmen kann, die nördlich an den August-Hilliges-Platz grenzt. Denn das Areal gehört dem Eigentümer der Stadtpassage, ist damit in Privatbesitz und somit für die Kommune tabu, solange sie nicht zur Gefahr für die Öffentlichkeit wird.

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Dass die ungepflegte Fläche das Erscheinungsbild des gesamten Platzes trübt, weiß auch Bürgermeister Nico Schulz. „Deshalb haben wir dem Besitzer auch schon mehrfach angeboten, das Grundstück von ihm zu kaufen“, sagt er. Doch die Stadt biss bei diesen Bemühungen auf Granit. „Er wollte sein Eigentum bisher nicht veräußern“, sagt Nico Schulz. Immerhin aber erlaube der Besitzer der Kommune, das Grundstück beim Stadt- und Spargelfest mit in Beschlag zu nehmen. Deshalb werde auch nicht daran gedacht, am nördlichen Rand des Hilliges-Platzes irgendwelche Elemente aufzustellen, die zwar den Blick auf die brache Grundfläche versperren, „aber für die Feste dann wieder weggeräumt werden müssten“, begründete Schulz.

Stichwort weggeräumt: Geht es nach Stadtrat Horst Guse (Die Linke), sollten die Kleidercontainer aus dem Stadtbild verschwinden. Guse beklagt den schlimmen Anblick, den „zum Beispiel der Container an der Gartenstraße bietet, aus dem von Ratten zerfressene Lumpen quellen. So etwas braucht kein Mensch“, machte er seinem Ärger während der Stadtratssitzung in dieser Woche Luft. Ob sich die Forderung Guses erfüllt, bleibt abzuwarten. Bürgermeister Nico Schulz sagte ihm zu, das Problem zu prüfen.