Seehausen l Obwohl die ersten Pläne von Christian Schwander und Willi Hamann sozusagen bei einem Dienstbier geschmiedet wurden, war es am Ende doch keine Schnapsidee, im Frühling für mehr Farbe in Seehausen zu sorgen.

Drei Jahre führten die beiden Alandstädter jeweils im Herbst eine kleine Gruppe Freiwilliger an, die an exponierten Stellen Zwiebeln von Krokussen und Narzissen im öffentlichen Raum in die Erde steckten, damit sie ihre Triebe bei den ersten warmen Sonnenstrahlen durch die Grasnarbe schieben und mit ihren Blüten die Seehäuser und deren Gäste erfreuen.

Einige tausend Blumenzwiebeln sind so schon in weiten Teilen der Stadt in die Erde gekommen. Dass sie dabei verstärkt auf Gelb setzen, ist der besseren Wahrnehmung der Blüten geschuldet, erklärt Wille Hamann.

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Arbeit als "Initialzündung"

Ihre Arbeit sehen die Akteure, die sich ein bisschen wie Guerilla-Gärtner fühlen dürften, sozusagen als Initial­zündung. Denn beide Blumenarten stehen dafür, sich fleißig zu vermehren und neigen zur Teppichbildung. Außerdem sind Krokusse und Narzissen robust gegen Kälte und Schädlinge, weiß Gärtner Christan Schwander, der für die nächsten Jahre noch genug Flächenpotenzial sieht, um die Aktion fortzusetzen.

Natürlich immer in Absprache mit der Stadt, die für ihre Flächen einwilligen und die erste Rasenmahd so weit verschieben muss, dass den Blumen Zeit bleibt, die Zwiebeln nach der Blüte mit frischer Energie für das nächste Frühjahr zu versorgen. Aber das ist kein Problem, so Schwander.

Die Stadtarbeiter wissen auch Bescheid und mähen die betroffenen Flächen erst einmal nur am Rand. Dann sieht es ordentlich aus und die Blumen bekommen die Zeit, die sie für ihre Entwicklung brauchen. Worauf sie bislang keinen Einfluss haben, sind einige Blumenliebhaber, die die blühenden Flächen immer mal wieder als Selbstbedienungsladen für sich entdecken.

Bitte um kleine Spenden

An einem Sonnabend im Oktober soll die Aktion demnächst zum vierten Mal über die grüne Bühne der Hansestadt gehen. In diesem Jahr wollen Schwander und Hamann die Sache aber etwas breiter aufstellen. Womit nicht unbedingt Hilfe beim Zwiebelstecken, sondern die Finanzierung gemeint ist. Beide bitten in diesem Jahr um kleine Spenden, die dabei helfen sollen, den Kauf der Blumenzwiebeln zu finanzieren.

Die Akteure denken dabei an Spenden von fünf Euro, die in der Gärtnerei Schwander an der Lindenstraße 9 abgegeben werden können. Eine kleine Summe, mit der viel erreicht werden kann, um die Stadt und somit das eigene Lebensumfeld etwas bunter zu gestalten. „Lasst Seehausen blühen“ heißt es in einem Aufruf.