Beuster l Tradition und Herausforderung verband das diesjährige Stiftungsfest, zu dem am Sonntag nach Beuster eingeladen wurde. Tradition, weil es das 19. Fest war, zu dem Dr. Volker Stephan als Vorsitzender des Fördervereins der St. Nikolauskirche die Gäste begrüßte. Herausforderung, weil die Sicherheits- und Hygieneregeln der Corona-Einschränkungsverordnung des Landes Sachsen-Anhalt eingehalten werden mussten. Das bedeutete die Registrierung der teilnehmenden Personen, Abstandsgebot zwischen Gruppen aus verschiedenen Haushalten und das Tragen der Alltagsmaske beim Ein- und Ausgang. Trotz aller Auflagen sollte es ein durchweg gelungener Nachmittag mit einigen Höhepunkten werden.

Zum Kaffee Blasmusik

Mit der Andacht, gehalten von Pfarrer Christian Buro, ging es los. Begleitet wurden seine Worte vom Bläserquartett Bremen/Oldenburg und das sollte auch gleich der erste Höhepunkt werden. Die vier jungen Musiker ließen ihre Trompeten und Posaunen erfrischend und perfekt erklingen, gaben später auch zu Kaffee und Kuchen noch einiges zu Gehör und sorgten so für eine Bereicherung des Festes.

Nach der Andacht stellte Rainer Erdmann, der Vorsitzende der Stendaler Kaschadestiftung, genannte Organisation vor. 1995 gegründet, habe sich die Stiftung inzwischen auf die Fahne geschrieben, regionale Projekte zu fördern. So werde auch der Förderverein in Beuster unterstützt. Die Vertreter hatten eine Ausstellung mitgebracht und machten auch gleich ein bisschen Werbung für die Stendaler Lichttage, die vom 15. bis zum 17. Oktober stattfinden sollen.

Bilder

Ausstellung mit Altmark-Motiven

Die Ausstellung selbst wurde von Prof. Hans-Jürgen Kaschade vorgestellt. Unter dem Titel „Stendal und die Altmark“ sind 15 farbige Lithographien zu sehen, die das Stendaler Winckelmannmuseum vor zwei Jahren präsentiert hat. Zu sehen sind Herrenhäuser, Schlösser der Altmark und Stendaler Abbildungen. Luftaufnahmen von Stendal und Radierungen von Heinz Wehlisch gehören weiter zur Ausstellung. Highlight allerdings, so Kaschade, sei das Modell, das den Stendaler Marktplatz mit Rathaus und Marienkirche um die Mitte des vorigen Jahrhunderts zeigt. Das Besondere: 1941 erteilte die Stadt einer Berliner Modellbaufirma den Auftrag, das Modell im Maßstab 1:200 herzustellen. Acht Wochen später sollte es für 2400  Reichsmark geliefert werden. Kriegsbedingt verzögerte sich die Herstellung, wegen Luftangriffen wurde der Sitz der Firma nach Wittenberg verlegt. Schließlich erreichte das Modell am 18. Mai 1944 Stendal, es wurde Pfingsten im Kaufhaus Ramelow ausgestellt. Die Rechnung war auf 5023 Reichsmark angestiegen.

Gut gestärkt ging es dann wieder in die Kirche, wo das Rossini-Quartett die Gäste mit auf die 18. musikalisch-literarische Entdeckungsreise entlang der Straße der Romanik nahm. Das Programm heißt „Gelehrte in Klöstern und Universitäten Sachsen-Anhalts“. Solisten verstärkten das Quartett, Wolfgang Klose moderierte. Werke von Telemann, Bach oder Händel wurden zu Gehör gebracht.

Die Programmreihe steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Reiner Haseloff und ist Bestandteil des 25. Altmärkischen Musikfestes. Unterstützt wird das Konzert durch die Verbandsgemeinde Seehausen.