Walsleben l Im Januar 2019 platzten die Bemühungen um Fördermittel für eine geschätzt 152.000 Euro teure Alu-Brücke, sieben Monate später durchkreuzte die Einschätzung eines Prüfunternehmens auch die Anschaffung einer Konstruktion aus Stahl: 2019 wurde das Trauerspiel um den Ersatz für die gesperrte Uchtebrücke um zwei Akte reicher. Das Thema zehrt längst an den Nerven der Wals­lebener.

Und daran dürfte sich auch nach der Einwohnerversammlung am Montagabend mit Bürgermeister Nico Schulz nichts geändert haben. Denn die Fragezeichen, ob und wie der Nachfolger in die Tat umgesetzt werden kann, bleiben weiterhin bestehen. Laut Schulz habe man im Osterburger Rathaus in den zurückliegenden Monaten zwar die verschiedensten Fördertöpfe ins Visier genommen. Doch für den Brücken-Ersatzbau habe sich kein einziger Deckel gehoben. So sei bei einer Vor-Ort-Besprechung mit Landrat, Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten sowie der Straßenbaubehörde im Herbst 2019 schon klargemacht worden, dass Förderprogramme zur Dorfentwicklung oder Stärkung der touristischen Infrastruktur auf dem Land nicht in Frage kämen. Ebenso musste die darauffolgende Idee verworfen werden, von einer Förderung für Klimaschutzprojekte zu profitieren, berichtete Nico Schulz. „Auch in dieses Programm passt unsere Brücke leider nicht hinein“, bedauerte er.

Zwar steht die Einheitsgemeinde aktuell also weiter ohne Finanzierung da. Aber nicht ohne Idee, zeigte der Bürgermeister auf. Demnach denkt man im Osterburger Rathaus über einen Eingriff in die aktuelle Route des Radwanderrundkurses „Altmark“ nach, berichtete Schulz. Der aus Tourismussicht sogar überregional bedeutende Kurs berührt Wals­leben, zweigt aber aktuell im Dorf nach Uchtenhagen ab, um Radtouristen und -wanderer dann weiter in Richtung Calberwisch zu lenken. Geht es nach den Gedankengängen aus dem Osterburger Rathaus, soll die Route zukünftig in Richtung Sportplatz verlaufen und, über eine neue Radfahrer- und fußgängerbrücke, bis zur L14 führen. Könnte der Altmark-Weg so geändert werden, dürften sich die Förderaussichten für den Brückenbau deutlich verbessern, „weil es sich bei dem Rundkurs um einen überregional bedeutenden Radweg handelt“, machte Schulz deutlich.

Noch dazu biete eine derartige Streckenänderung die Option, einen anderen Walslebener „Dauerbrenner“ zu befördern. Denn führt der Altmarkrundkurs zukünftig an die L14, dürften die Chancen für einen Landesstraßen-begleitenden Radwegs zwischen Walsleben und Düsedau beträchtlich steigen, zeigte sich der Bürgermeister überzeugt. Laut Schulz seien die Überlegungen zur Rundkurs-Änderung im Landesstraßenbauamt begrüßt worden, weil man der Behörde so eine bessere Begründung gebe, das Radprojekt in der Prioritätenliste weiter nach oben zu schieben, führte Schulz aus. Der Rückenwind aus der Landesbehörde bestärkt den Osterburger Bürgermeister in diesen Überlegungen, in „trockenen Tüchern“ sei die Änderung der Radweg-Route aber nicht. Dazu müsste auch der Landkreis, der für den Altmarkrundkurs verantwortlich zeichnet, „grünes Licht“ geben. Der habe noch keine Entscheidung getroffen, so Schulz, der aber bekräftigte: „Wir bleiben an dem Thema dran.“