Krumke l Schloss Krumke hat neue Besitzer. Gut 15 Jahre, nachdem Gonthard Westphal und Kay Wiegels die denkmalgeschützte Immobilie vom Landkreis Stendal erwarben und sozusagen kurz vor knapp aus einem langen Dornröschenschlaf erweckten, musste jetzt nur noch der Osterburger Stadtrat auf sein Vetorecht verzichten, das ihm seinerzeit bei den Vertragsverhandlungen eingeräumt worden war. Und das Gremium hatte am Dienstagabend offenbar keinen Grund, sich dem Anliegen zu verweigern. Zu dem Zeitpunkt waren sich die beiden Finanzplaner und Unternehmensberater mit der neuen Herrschaft längst einig. Der Kaufvertrag ist damit vollzogen.

Wie Gonthard Westphal, der selbst aus Krumke stammt, im Gespräch mit der Volksstimme mitteilte, trenne man sich von dem Schloss mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum einen sei es nach kraftraubenden Jahren Zeit für neue Wege und Herausforderungen. Zum anderen sei man froh, dass die neuen Besitzer auch aus der Region stammen, Schloss und Park aus ihrer Kindheit kennen und das Haus für private, aber auch für firmeninterne Zwecke weiterentwickeln wollen. Und der Kaufpreis, räumt er ein, habe letztlich auch gestimmt. Außerdem betont er, dass man sich vom Schloss und von der Schlossinsel, aber nicht von Krumke trenne, wo nach wie vor viele Freunde und Verwandte leben.

Die beiden Finanzfachleute waren seinerzeit quasi die letzte Hoffnung, die überregional bekannte Immobilie zu retten. Vor allem durch das Dach eindringende Regenwasser hatte ganze Arbeit geleistet. Nachdem die neuen Eigentümer mit kleinen Sanierungsschritten begonnen hatten, holten sie 2010 zum großen Wurf aus. Zwei Jahre später machte das repräsentative Haus, das seine Besitzer nach Berlin pendelnd sowohl als Hauptwohnsitz als auch für Seminare nutzten, sogar als Außenstelle des Osterburger Standesamtes Schlagzeilen als Hochzeitsschloss.

Bilder

Die voll unterkellerte Immobilie mit einer Grundfläche von rund 750 Quadratmetern gilt als durchsaniert. Die erste Etage ist voll ausgebaut. Die zweite Etage ist gesichert. Anschlüsse für Wasser, Heizung oder Kommunikation sind vorinstalliert. Da ist Entwicklungspotenzial für die neuen Besitzer, über die offiziell bislang wenig durchgesickert ist.