Lichterfelde l  Die gemeinsamen Termine schweißen zusammen und sorgen dafür, dass das Ausbildungsniveau in etwa im Gleichgewicht bleibt. Am  Sonnabend war es wieder so weit. Nachdem die Feuerwehren der „Altmärkischen Wische“ im Herbst in der ehemaligen Bullenverwahrstation der Rinderallianz bei Falkenberg den Ernstfall trainierten, hatte sich der Leiter des Ausrückebereiches, Olaf Günter, für Sonnabend mal kein Brand-, sondern ein Hilfeszenario nach Verkehrsunfällen ausgedacht.

Gastgeber war die Feuerwehr Lichterfelde. Immerhin rund 40 Einsatzkräfte folgten der Einladung, um sich gegen 9 Uhr bei einer Tasse Kaffee am Lichterfelder Gerätehaus kurz briefen zu lassen, und damit dort, wo die Schulungsübung später gegen Mittag bei einer Bratwurst und einer Erfrischung ausgewertet wurde.

Verkehrsunfälle sind eigentlich nicht das klassische Einsatzgebiet der kleineren Ortswehren. In der Regel, so Günther bei seiner Begrüßung, wird bei derartigen Fällen immer auch die Seehäuser Feuerwehr alarmiert, weil die dafür am besten ausgerüstet ist und die meisten Erfahrungen gesammelt hat. Aber es könnte ja auch der Fall eintreten, dass die Blauröcke der Hansestadt bei einem anderen Einsatz gebunden sind oder eine der Ortswehren auf einen Unfall zukommt und zum Handeln gezwungen ist.

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Warnbeschilderung

Letzteres reicht von der Warnbeschilderung der Unfallstelle und dem Sichern des Fahrzeuges, über das Alarmieren von Rettungskräften, dem Herstellen der Löschbereitschaft an den Unfallautos, aus denen Kraftstoff austreten kann, dem Glasmanagement bis zum Retten der Unfallopfer oder zur Erstversorgung von verletzten Personen.

Wichtig war Günther, dass die Einsatzkräfte wissen, wie sie auch mit vergleichsweise einfachen Mitteln aktiv werden können, aber auch erkennen, wo den Helfern durch die Physik Grenzen gesetzt sind.

Für die praktische Schulung waren Stationen organisiert worden, die die Kameradinnen und Kameraden in gemischten Gruppen in Angriff nahmen und an denen erfahrene Einsatzkräfte der teilnehmenden Wehren Tipps gaben, wie die Rettung schneller oder sicherer über die Bühne gehen kann.

Zwei Unfälle waren mit Unterstützung des Seehäuser Abschleppdienstes von Holger Rauch und des Lichterfelder Landwirtes Hermann Klinghammer inszeniert worden. Der eine hatte zwei ausrangierte Pkw, der andere sein Land zur Verfügung stellt. Aus beiden Autos galt es Personen zu retten, wobei auch das Aufschneiden einer Frontscheibe trainiert wurde. Eine dritte Gruppe übte abseits das Ausleuchten eines Unfallortes.

Höhepunkt der Rettungsaktionen war zum Schluss, das Aufrichten des Unfallautos im Graben, um die Insassen vor dem Ertrinken durch eindringendes Niederschlagswasser zu bewahren.