Arneburg l Seit einigen Tagen ist Uwe Wagner täglich auf den Reitplätzen anzutreffen. Mit „seiner“ Mannschaft nimmt er die Wettkampfstätten akribisch ins Visier. Der Abteilungsleiter Pferdesport des SV Rot-Weiß Arneburg fiebert dem Ereignis am Wochenende entgegen. Für die Teilnehmer an den offenen Landesmeisterschaften in der Vielseitigkeit sind die bestmöglichen Voraussetzungen zu schaffen, lautet das Ziel.

Am Sonnabend und Sonntag steht die Elbestadt im Zeichen des Pferdesports. Rund 200 Vielseitigkeitsreiter haben sich für das zweitägige Turnier in Arneburg angemeldet. Zu den Besten dieser Sportart in Sachsen-Anhalt werden ebenso ambitionierte aus anderen Bundesländern erwartet. Schließlich sind diese Meisterschaften offen. Was bedeutet, dass auch Pferd-Reiter-Paare beispielsweise aus Niedersachsen, Berlin oder Mecklenburg-Vorpommern anreisen, um sich mit der Konkurrenz zu messen. Und das stellt für Rot-Weiß Arneburg eine Premiere dar. „Vier Landesmeisterschaften haben wir schon durchgeführt. Aber diese waren auf Sachsen-Anhalt beschränkt. Vereinzelt gab es Einladungen auf Anfrage“, sagt Uwe Wagner, der als Vielseitigkeits-Landestrainer natürlich auch auf ein gutes Ergebnis nicht nur der Arneburger Teilnehmer, sondern der Mannschaft aus Sachsen-Anhalt hofft.

Und die Premiere sorgt für einen Teilnehmer-Rekord! „So viele hatten wir noch nie“, so Wagner, der weiß, dass der Aufwand der Gastgeber dadurch wächst. Eine Herausforderung, die die Arneburger jedoch meistern wollen und werden. „Die Teilnehmer der Wettkämpfe in den vergangenen Jahren waren stets begeistert. Das baut auf.“

Der organisatorische Aufwand ist vor solch einem Turnier riesengroß. Der Verein kann sich glücklich schätzen, eine hervorragende Anlage zu besitzen. „Das Areal ist von der Stadt gepachtet“, betont Wagner und weist auf die Flächen am Beelitzer Wald (Stendaler Straße) hin. Dort stehen die Hindernisse für den Geländeritt der Teilnehmer. Anspruchsvolle Passagen gehören dazu, was sicherlich für die Zuschauer interessant sein dürfte. An vielen der Hindernisse legten Uwe Wagner und sein Team an den vergangenen Tagen noch mal Hand an. Einige erhielten die Arneburger vom befreundeten Pferdesportverein aus Hohenberg-Krusemark. „Wir arbeiten sehr eng zusammen“, sagt Uwe Wagner und denkt unter anderem an Thomas Treptow, der die Rot-Weißen unterstützt. An Hilfe mangelt es nicht. So freut sich der Gastgeber, dass das Wasserloch, durch die einige der Vielseitigkeitsreiter müssen, von der Agrargenossenschaft Lindtorf noch mit 40 000 Liter Wasser zusätzlich befüllt wird.

Wasserlöcher, höher gelegte Baumstämme, Gräben und anderes müssen die Sportler beim Geländeritt am kommenden Sonntag meistern. Allein die L-Strecke (höchster Schwierigkeitsgrad) besteht aus 27 Hindernissen auf 2600 Metern. Aber auch die Jüngsten, die gerade einmal vier Jahre alt sind, gehen in der Führzügelklasse an den Start und wollen kleinere Hindernisse bewältigen.

Die Arbeit auf den Pätzen am Beelitzer Wald nahm bereits viele Stunden in Anspruch. Zusätzlich zu den Sprung-Hindernissen widmeten sich die Organisatoren dem Geläuf, fuhren neue Erde auf und richteten neue Bodenwellen her. Aber auch andere Fragen waren zu klären: Schließlich mussten auch gastronomische Anbieter, Richter für die Bewertung der Teilnehmer und auch Toilettenwagen bestellt werden.

Kurz vor dem Turnier müssen Uwe Wagner und die Helfer noch die Strecken ausmessen und sie beflaggen – mit roten und weißen Fähnchen. Und auch die Parcourplätze für das Springen und die Dressur-Vierecke sind herzurichten.

Am Sonnabend beginnen die Wettkämpfe mit der Dressur und dem Springen ab 8 Uhr auf den Plätzen an der Staffelder Straße, am Sonntag ab 8 Uhr am Beelitzer Wald.