Osterburg l Am Mittwoch war nicht nur Tag der deutschen Einheit, sondern auch der historische Stadtgeburtstag. Am 3. Oktober 1157 wurde Osterburg nämlich zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Also vor genau 861 Jahren.

Anlässlich dieses historischen Datums möchte Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz alljährlich auf besondere Art geschichtlich zurückblicken und vor allem erinnern. Das Stadtoberhaupt war besonders stolz, diesmal den bekannten Namensforscher Prof. Dr. Jürgen Udolph zu einem Fachvortrag über die Herkunft altmärkischer Ortsnamen zu gewinnen. Im Jahr 2000 erhielt Udolph den Ruf für die Professur für Onomastik an der Universität Leipzig, wo er Leiter der Namenberatungsstelle der Gesellschaft für Namenkunde war. Bekannt ist der Onomastiker zudem seit Jahren aus Funk und Fernsehen.

Aufmerksam lauschten die zahlreich erschienenen Einwohner den Ausführungen des Referenten in der Gaststätte „Zum Kanzler.“ Die Herkunft vieler altmärkischer Ortsnamen lassen sich zum größten Teil aus der mittelniederdeutschen Sprache ableiten. „Mit hochdeutsch kommen Sie da nicht weit.“ So bedeutet beispielsweise der Ort Calberwisch wörtlich übersetzt „Kälberwiese.“ Der Ort Gladigau könnte seiner Meinung nach für „glatte schlüpfrige Gegend“, offenbar auf den Boden bezogen, stehen. Für alle Orte hatte er keine plausible Erklärung. Denn er ist „nur“ Namensforscher und kein Historiker, wie er selbst betonte.

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Auf beeindruckende Weise sezierte der Professor die einzelnen Ortsnamen und versuchte diese verständlich zu machen. „Namen sind nicht Schall und Rauch, sondern Zeugen von der Geschichte.“ Als Zugabe dieses interessanten, geschichtsträchtigen Vortrags referierte Udolph zudem über die Bedeutung und Herkunft verschiedener Familiennamen und zeigte dieses auch verständlich an diversem Material auf dem Beamer.

Im Anschluss des Vortrages stand der Namensforscher den zahlreichen Interessenten noch Rede und Antwort auf die verschiedenen Fragen.