Osterburg l Die Baumfällungen stehen in Zusammenhang mit der Erneuerung des zweiten Bauabschnittes des Hilligesplatzes, den die Einheitsgemeinde in diesem Jahr in die Tat umsetzen möchte. Aus eben diesem Grund visiert die Einheitsgemeinde auch die Sanierung eines an mehreren Stellen eingestürzten Regenwasserkanals an, der von der Naumannstraße bis unter den zweiten Bauabschnitt des Hilligesplatzes reicht. Mehr noch: Der Kanal soll ein Stück weit umverlegt werden, gegenwärtig führt er noch teilweise unter Grundstücke hindurch, die Privateigentümern gehören. Dieses Manko will die Kommune aus der Welt schaffen, zukünftig soll der Kanal ausschließlich unter öffentlichem Grund verlaufen. Nach Einschätzung der Stadt standen die im betreffenden Bereich der Wallpromenade befindlichen Bäume dem Ansinnen aber im Wege. Ende Januar kündigte Bauamtsleiter Matthias Köberle deshalb die Fällung der Bäume bis zum 28. Februar und für einen späteren Zeitpunkt Ersatzpflanzungen an. Bei Anwohnern stieß diese Nachricht auf Kritik. Wie bei Rüdiger Müller, der die Fällung überhaupt nicht nachvollziehen kann und sich aus diesem Grund auch an die Untere Naturschutzbehörde wandte. Mitarbeiter des beim Landkreis angesiedelten Amtes waren auch vor Ort, stellten sich nach Prüfung des Vorhabens dem Fällen aber nicht in den Weg. Am 28. Februar segneten die Bäume das Zeitliche.

Anwohner Rüdiger Müller beobachtete die Wegnahme der Bäume quasi von der eigenen Haustür aus. „Warum muss das sein? Das ist ein Eingriff in unser gewohntes Lebensumfeld, der schlicht und einfach nicht nötig ist“, schimpfte er. Immer mehr Grün verschwinde aus der Innenstadt, allein in den zurückliegenden Tagen seien geschätzt so um die 50 Großbäume gefällt worden, brachte der Osterburger weitere Abholz­orte wie die Ernst-Thälmann-Straße ins Spiel. Müller zweifelte auch die angekündigten Ersatzpflanzungen an. „Und wenn es die gibt, dann nicht in der Wallpromenade, sondern in Krumke oder anderswo. Aber davon haben wir hier nichts“, befürchtet der Osterburger.

„Natürlich pflanzen wir an der gleichen Stelle. Und wir werden noch dazu schon größere Bäume verwenden “, legte sich dagegen Matthias Köberle fest. Wie der Bauamtsleiter weiter informierte, hatte die Verwaltung die aufkommende Kritik zum Anlass genommen, um die Fällaktion noch einmal auf den Prüfstand zu stellen. Sowohl Stadtgärtner als auch Planer erachteten die Wegnahme der Bäume aber als notwendig. „Die Gründe liegen vor allem im zu nahen Abstand der geplanten Maßnahme von den Bäumen. Mit einer voraussichtlichen Grabentiefe von drei Metern und einer Grabenbreite von ebenfalls drei Metern ist der benötigte Sicherheitsabstand zu den Bäumen nicht einzuhalten. Der müsste aufgrund der Wurzeln mindestens zwei Meter betragen. Ein kleinerer Sicherheitsabstand würde bei Ausschachtung des Grabens und dem Einbau der seitlichen Abstützung einen Rückschnitt der Wurzeln notwendig machen, der, bezogen auf die großen Bäume, sicher bis zu 40 Prozent des gesamten Wurzelwerks ausmachen würde“, sagt Köberle. Für die Bäume könnte das bedeuten, dass sie sehr stark in ihrem Halt geschwächt wären und ein Umkippen bei Sturm nicht ausgeschlossen werden könnte. Desweiteren sei es möglich, dass die Wurzeln in ihren Schnittflächen zu faulen beginnen, ein Eingehen des Baumes in einem Zeitraum on zwei bis vier Jahren würde wahrscheinlich. All dies habe die Verwaltung letzten Endes dazu bewegt, am Fällen der Bäume festzuhalten.