Seehausen l So wie die Kommunen ihren Bedarf anmelden, organisiert auch der LHW-Flussbereich Osterburg Lehrgänge. Den jüngsten am Sonnabend auf dem Seehäuser Betriebsgelände, wo neben der benötigten Technik auch ein Stück Deich für Trainings- und Demonstrationszwecke aufgeschüttet ist.

Rund 35 Kameradinnen aus Wasserwehren - oder wo es die noch nicht so gibt, von Feuerwehren – ließen sich von Flussbereichsleiter Hans-Jörg Steingraf sowie seinen Mitstreitern Florian Peters und Martin Schulz in zwei Gruppen sowohl in der Theorie als auch in der Praxis darüber aufklären, wie man im Ernstfall mit relativ einfachen Mitteln sozusagen Erste Hilfe am Hochwasserschutzwall leisten kann. Die meisten Teilnehmer rekrutierten sich aus Gemeinden diesseits der Elbe von Altenzaun bis Wanzer. Es hatten sich aber auch ein paar Gäste von außerhalb unter die Reihen der „Deichlehrlinge“ gemischt. Ernstfall heißt in der Regel, dass eine steigende Flut den Deich schon geschädigt hat oder zu schädigen droht. Zum Beispiel, wenn die Deichwachen bei einem Hochwasserereignis Schäden am Damm entdecken, die dessen Statik und damit letztlich das Hinterland bedrohen.

Einfache Mittel steht in den meisten Fällen für Sandsäcke und zum Teil auch für Folie. Bevor Sandsäcke am Schulungsdeich verbaut werden konnten, mussten sie erst einmal gefüllt werden. Schön locker und nicht so prall wie eine Wurst. Gebunden wird nicht, sondern zur Wasserseite gefaltet. Ein Jute-Sack mit 15 Kilogramm Kies, gilt als handlich. Das gilt für den Fall, dass mit den Säcken die Deichkrone erhöht – also aufgekadet – wird, ebenso wie, wenn auf der Wasserseite Folie zum Abdichten von schadhaften Stellen beschwert oder eine Kade an einer landseitigen Sickerstelle gebaut wird, um quasi mit einem künstlichen Stau Wasser mit Wasser zu bekämpfen. Dabei bekamen die Kameradinnen und Kameraden den Stofftransport im Deichkörper vermittelt und wie sie Sickerwasser mit unterschiedlicher Klarheit richtig interpretieren können.

Wenig Interpretationsspielraum gab es beim Mittag und bei den Erfrischungen. Die hatten sich die Teilnehmer in der prallen Frühlingssonne redlich verdient, bevor es in die Heimatorte zurückging.