Osterburg l Der Platz lädt bei heißen Temperaturen zum Verweilen ein. Das Biesewasser ist flach, große Bäume spenden Schatten, auf die Wiese passen viele Decken. Weil das so ist, haben Jugendliche das Areal augenscheinlich im Visier. Eine Anwohnerin beobachtet dies jeden Abend, „so viel wie dieses Jahr war da sonst definitiv nicht los“. Ihren Namen möchte die Osterburgerin lieber nicht sagen – „wer weiß“.

Immerhin haben die Jugendlichen kein Problem damit, den idyllischen Platz komplett zuzumüllen. Pizzakarton reiht sich an Pizzakarton, leere Flaschen und Zigarettenschachteln liegen neben Dönerpapier. Dazu kommen aufblasbare Wasserspaßfiguren oder was von ihnen übrig geblieben ist.

Einem weiteren Osterburger „reicht’s“, weswegen er die Volksstimme auf das Problem aufmerksam machte, auch er möchte aber seinen Namen lieber nicht sagen.

Das Ordnungsamt wusste bis gestern von nichts. „Jedenfalls ist bei uns noch keine Anzeige eingegangen“, sagt Detlef Kränzel als stellvertretender Bürgermeister der Einheitsgemeinde Osterburg. „Das schauen wir uns aber auf jeden Fall an. Bei Bedarf können wir unsere Ordnungskräfte ja auch abends losschicken.“ Und abends war dort bis zuletzt immer „halligalli“, zumindest während der Hitze. „Sie baden hier auch“, sagte ein Junge, der gestern Vormittag mit dem Fahrrad durch den vermüllten Platz der „Großen“ fuhr.

Wegen des umherfliegenden Mülls in der Hansestadt haben sich in den zurückliegenden Jahren bereits Bürger gefunden, die diesen in ihrer Freizeit aufsammeln. Auf den Werderwiesen kommt jedes Mal ordentich was zusammen, genauso auf den Seggewiesen, wobei die Müllsünder in diesen Fällen schlecht ausgemacht werden können. Anders im hier beschriebenen Fall. Ganz offensichtlich lassen jene Jugendlichen ihren Müll dort liegen, die sich abends dort treffen. Wenn also „einfach“ mal jemand dorthin ginge? Nicht nur einmal kam die Idee auf, in Osterburg wieder einen Streetworker zu etablieren. Jemanden, der das Ohr an der Jugend hat, dem sie sich anvertrauen. Das würde vielleicht auch dem immer wieder aufkeimenden Vandalismus-Problem (kaputte Bänke, abgeknickte Jungbäume) Einhalt gebieten, waren die Gedanken unter anderem von Stadtrat David Elsholz (Die Grünen). Fürs Erste ist sich Detlef Kränzel aber sicher, dass sich die Lage mit Hitze- oder Ferienende wieder beruhigt.