Beetzendorf/Altensalzwedel l Auch im Ordnungs- und Feuerschutzausschuss des Verbandsgemeinderates gab es am Mittwochabend keine endgültige Lösung für die seit Langem schwelenden Probleme der Altensalzwedeler Kameraden mit ihrem Gerätehaus, das eigentlich nur eine kleine Unterstellhalle für das Fahrzeug und die Schutzausrüstung darstellt. Doch immerhin liegen jetzt zwei alternative Vorschläge auf den Tisch, über die die Brandbekämpfer in den nächsten Wochen zusammen mit der Verbandsgemeinde-Wehrleitung beraten werden.

Die bisher favorisierte Variante der Altensalzwedeler beinhaltet einen Anbau an das vorhandene Feuerwehrhaus, in dem Toiletten und Waschgelegenheiten eingerichtet werden (wir berichteten). Die fehlen bisher ebenso wie ein Versammlungsraum. Für beides müssen die Kameraden den Weg bis zur Kita auf sich nehmen. Dort können die sanitären Anlagen benutzt werden, und im Keller gibt es einen Raum. Die erste Kostenschätzung für den Anbau, die die Kameraden eingeholt haben, belief sich auf 80 000 Euro. Doch diese Summe wird nicht reichen. Berechnungen der Verbandsgemeinde, die Bauamtsmitarbeiterin Silke Zander am Mittwoch vorstellte, gehen von mindestens 120 000 Euro aus, da beispielsweise Planungskosten und die notwendige Erstellung eines Brandschutzkonzepts nicht berücksichtigt wurden. „Und dann können im Zuge des Bauantrages immer noch Auflagen für das Bestandsgebäude hinzukommen“, mahnte Zander.

Ausschussvorsitzender Frank Leskien, der sich kürzlich die Situation vor Ort zusammen mit Vertretern der VG und der Gemeinde angesehen hat, konstatierte zwar, dass er den Bedarf durchaus sehe, allerdings gebe es in der VG zahlreiche Gerätehäuser, die einen ähnlichen oder sogar noch schlechteren Stand aufweisen würden. Von 44 Gebäuden seien 13 ohne sanitäre Anlagen und zehn ohne Versammlungsraum ausgestattet. „Und DIN-gerecht sind sogar nur ganze zwei“, so Leskien.

Prioritätenliste erstellen

Angesichts der Haushaltslage plädierte er für das Erstellen einer klaren Prioritätenliste für die nächsten Jahre statt „kleckerweiser Investitionen“. Altensalzwedels Wehrleiter Andreas Mattausch wies daraufhin, dass der Wunsch nach einem Anbau bereits seit Jahren für die Bedarfsplanung eingereicht wurde. Die Investition sei eine in die Zukunft, da das Durchschnittsalter der Kameraden bei 35 Jahre liege. „Wenn sich nicht bald etwas tut, haben unsere jungen Leute die Faxen dicke und laufen uns weg“, meinte Mattausch.

Einen Alternativvorschlag brachte VG-Wehrleiter Bert Juschus in die Diskussion ein. „Mit einem Sanitäranbau habt ihr immer noch keinen Versammlungsraum vor Ort. Halbschwanger geht aber nicht, deshalb lasst uns Nägel mit Köpfen machen“, appellierte er. Er favorisiere den Neubau einer massiven, DIN-gerechten Fertiggarage für Fahrzeug und Technik neben der Kita. „Das wäre wesentlich günstiger, und wir hätten alles an einem Standort“, so Juschus. Die Garage sei mit einer Absauganlage für die Abgase ausgerüstet und könne auch beheizt werden, so dass die Einsatzkleidung bei Frost keinen Schaden nehme. Einziges Problem wäre der Erwerb eines passenden Grundstücks.

„Jetzt liegen zwei Varianten auf dem Tisch, und ihr solltet euch Gedanken machen, was ihr wirklich wollt“, riet Frank Leskien den Altensalzwedeler Wehrleuten zu weiteren Gesprächen. Die Garagen-Alternative hätte im Gegensatz zum Anbau den zusätzlichen Vorteil, dass man dafür möglicherweise sogar Fördermittel beantragen könne.

Wehrstandort soll erhalten werden

Bei den Altensalzwedeler Feuerwehrleuten, die mit einigen Mitgliedern zur Sitzung erschienen waren, hielt sich die Begeisterung in Grenzen. „Wichtig ist aber, dass endlich etwas geschieht. Sonst könnte man den Eindruck haben, dass man uns als Feuerwehr gar nicht mehr will“, meinte Wehrleiter Andreas Mattausch und verwies darauf, dass auch eine Absauganlage für das bestehende Gerätehaus schon seit Jahren ohne Ergebnis beantragt worden sei.

Die Befürchtungen konnte Bert Juschus den Kameraden allerdings nehmen. „Der Standort Altensalzwedel ist wichtig, weil wir ohne ihn die Hilfsfrist von zwölf Minuten für einige Orte nicht einhalten können. Wir wollen ihn erhalten und aufwerten, damit er Bestandsschutz hat“, versicherte der Verbandsgemeinde-Wehrleiter.