Salzwedel l Offensichtlich hatten die Veranstalter von Aktion Musik mit ihrer Offenen Bühne am Sonnabend den Geschmack der Salzwedeler getroffen. Denn dicht gedrängt standen die Gäste nicht vor der Bühne. Auch im Bar-Bereich war kaum ein Durchkommen. Es traten mit Marie&The Drummer, The Sherlock Holmes Punk Rock Connection und Blossom 6 drei Bands auf, die unterschiedlicher nicht sein konnten.

Den Auftakt bestritt pünktlich um 21 Uhr Marie&The Drummer. Dahinter verbirgt sich die gebürtige Schwerinerin Marie-Sophie Hüpeden. Als ehemalige Siegerin des Local- Heroes-Unplugged-Wettbewerbes präsentierte sie auch in Salzwedel ihre gefühlvollen Stücke. Die handeln nach eigener Auskunft „von den drei prägenden Themen aller Kunst: Liebe, Macht und Tod“.

Doch bevor ein falscher Eindruck entsteht: Die Stücke waren keinesfalls Schlafmittel in musikalischer Form. Zwar dominierten die eher ruhigen Lieder. Dennoch gelang es Marie&The Drummer, nur von Klavier und Schlagzeug begleitet, durchaus Tempo aufzunehmen. Eine etwas betrübliche Randnotiz: Als erste Künstelerin des Abends mit früher Bühnenzeit genoss Marie-Sophie Hüpeden nicht die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Wer sich aber die Zeit nahm, erlebte eine hoch talentierte Musikerin.

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Dreckiger Punkrock und harter Modern Metal

Nach dem getragenen Auftakt ging es mit The Sherlock Holmes Punk Rock Connection in eine ganz andere Richtung. Nicht Filigranität stand bei dem Duo im Vordergrund, sondern dreckiger, schneller Punk. Ohne Punkt und Komma wurden die meist kurzen Songs vom aufgedrehten Sänger und Gitarristen rausgehauen, während der Schlagzeuger die Trommelfälle malträtierte. Zu guter Letzt bekam die Bassgitarre das, was sie nach Ansicht der Band verdient hatte: In Manier der britischen Band The Who wurde sie auf der Bühne kurz und klein geschlagen.

Den Schlusspunkt unter einen unterhaltsamen Abend setzten die Salzwedeler von Blossom 6. Mit ihrem Modern Metal waren sie noch eine Spur härter aufgelegt als ihre Vorgänger. In Sachen Spielfreude standen sie jenen aber in nichts nach. Besonders Sänger Max Kupfer war die Freude anzusehen, endlich wieder vor heimischem Publikum auftreten zu können. Zwischen den Songs grinste er über beide Ohren. Die positive Stimmung übertrug sich auf die Fans vor der Bühne. Spätestens nach dem dritten Stück wurde Pogo getanzt. Nach einer Stunde war das Spektakel zu Ende. Verschwitzt und glücklich verließen Band und Fans den Club. In dem Wissen, einen nicht alltäglichen Konzertabend im Salzwedeler Hanseat erlebt zu haben.