Salzwedel l Alle Jahre wieder kommt  nicht nur das Weihnachtsfest, sondern eine Woche danach auch der Jahreswechsel. 2016 wird wieder mit Raketen und Böllern begrüßt werden. Damit verbunden ist aber nicht nur der schöne Schein, sondern oft auch schwere Verletzungen.Die Nachricht stammt vom Wochenende: Ein 18-Jähriger wurde angezeigt, nachdem er in Gardele- gen als Beifahrer kurz hintereinander zwei sogenannte Polen-Böller aus einem fahrenden Auto geworfen hatte. Zeugen riefen daraufhin die Polizei, die bei dem jungen Mann neben einem Päckchen mit 18 weiteren Polen-Böllern auch Mengen von Betäubungsmitteln, vermutlich Marihuana, sicherstellten.

Ein Beispiel von vielen. Für Frank Semisch, Pressesprecher des Polizeireviers Altmarkkreis Salzwedel, sind bei dieser Tat bereits zwei Problemfelder im Zusammenhang mit dem Silvesterfeuerwerk benannt, mit denen die Polizei zu kämpfen hat. Zum einen das Verwenden illegaler Silvesterböller, zum anderen deren unsachgemäße Handhabung unter dem Einfluss von Drogen. „Dazu zählt natürlich auch der Alkohol“, weist Semisch in einem Pressegespräch auf die verbundenen Gefahren hin. Und hat auch noch ein Beispiel parat: 2014 hantierte ein Gardeleger mit Böllern und verletzte sich dabei schwer an der Hand. „Das war äußerst dramatisch“, erinnert sich Semisch.

Deshalb ist er auch unterwegs, um aufzuklären, warnt vor dem Kauf der illegalen Knallkörper oder gar selbstgebastelten Krachern. In der Regel werden von Polen sogenannte Tschechien- oder Polen-Böller eingeschmuggelt. Hergestellt werden sie überwiegend in China, manchmal auch in Italien, wie ein Sprecher der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) sagt. Sie testet die Feuerwerkskörper übrigens für den deutschen Markt und lässt sie zu.

Bilder

Nur legale Böller verwenden

Niemand weiß, was in den Böllern genau drin ist. „Und niemand kann eine Garantie dafür abgeben, wie sich die nicht zugelassenen Böller verhalten“, warnt Semisch. Schwere Verletzungen, oft auch Verbrennungen, können die Folge sein. Legale Böller haben eine Identifikationsnummer der BAM, Registriernummer, CE-Zeichen und eine deutsche Gebrauchsanleitung. „Man sollte sich die Knaller deshalb genau anschauen, lesen, was drauf steht und sie nur in den bekannten Läden, nicht jedoch auf einem Markt kaufen.“ Zudem ist es laut Semisch besonders wichtig, die angegebenen Abstandsangaben einzuhalten. Auf keinen Fall dürften die Böller an Kinder und Jugendliche abgegeben werden.

Zugelassen ist auch nicht, dass Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren Raketen oder Kracher zünden – auch dann nicht, wenn Erwachsene anwesend sind.

Nicht geprüfte und zugelassene Böller sind in Deutschland verboten. Besitz, Weitergabe und Abbrennen sind strafbar. Es drohen Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bis zu 50 000 Euro.