Salzwedel l Wenn Bettina Mühe, Leiterin der Stadt- und Kreisbibliothek Salzwedel, über den Förderverein spricht, dann lächelt die Salzwedelerin. Man merkt ihr an, dass sie dankbar für die Arbeit ist, die die Mitglieder in den vergangenen Jahren geleistet haben.

Es war der 27. Januar 2011, an dem sich 28 Menschen – von denen später 13 Gründungsmitglieder wurden – im Dachgeschoss der Freydanck‘schen-Villa – der Bibliothek – Vor dem Neuperver Tor getroffen haben. Alle mit einem Ziel: Zusammen einen Förderverein auf die Beine zu stellen, der die Arbeit der Stadt- und Kreisbibliothek Salzwedel in ihrem bildungspolitischen und kulturellen Auftrag finanziell fördert und als Schwerpunkt den Bücherbus unterstützt. Der stand damals mangels Geld auf der Kippe.

„Dabei möchte ich mich auch für den Einsatz und das Engagement von Claudia Büssow bedanken“, freut sich Bettina Mühe. Denn sie war die erste Vorsitzende des Vereins und habe alles in die Wege geleitet.

Seit 22 Jahren Montag bis Donnerstag unterweg

„Ohne den Förderverein der Bibliothek und die vielen Menschen, die in den vergangenen Jahren Geld gespendet haben, hätten wir viele Dinge nicht umsetzen können“, resümiert Mühe.

Unter anderem würde es dann auch den Bücherbus nicht mehr geben, der tagtäglich in vielen Dörfern im Kreis unterwegs ist. Was für Mühe wichtig ist: „Wir bringen für die Menschen, die nicht mobil sind, Bücher, Filme, Zeitschriften und Kommunikation mit den Mitarbeitern in die Ortschaften.“

Das sei jedoch nicht alles. Auch an Schulen und Kindertageseinrichtungen mache der Bus halt, biete Vorlesestunden und die Ausleihe von Medien an. Ungefähr 170 Tage im Jahr ist der Bus so unterwegs und hält an über 130 Haltepunkten (an verschiedenen Tagen). Was passieren würde, wenn die 110  000 Euro wegfallen würden, die im Kreishaushalt seit einigen Jahren für die Unterhaltung des Busses eingestellt werden, möchte sich die jetzige Vereinsvorsitzende Ursula Paul nicht vorstellen: „Es würde ein Stück Lebensqualität verloren gehen, da die Leseförderung wegfallen würde.“

Dennoch müssen zusätzlich zur finanziellen Unterstützung des Kreises Gelder aufgebracht werden, denn: „Neben den Personalkosten für die zwei Fachangestellten und den Busfahrer fallen Steuern, Versicherung und natürlich Benzin und Reparaturkosten an. Und eine Bibliotheksfiliale ohne neue Medien wäre nicht effektiv, was bedeutet, dass der Medienbestand im Bücherbus regelmäßig erneuert wird“, weiß Mühe. Da seien 110  000 Euro schnell ausgegeben.

Im Fokus ist der 20. Geburtstag der Bibliothe

Für die Bücherbusarbeit finanziert der Förderverein jährlich zwei Veranstaltungen für Schulklassen. Außerdem hat er schon das eine oder andere Ersatzteil bezahlt, damit der Bus ohne Unterbrechung auf Tour gehen kann. Weiterhin wurde die Bibliothek technisch sehr gut ausgerüstet. Auch Arbeitsmaßnahmen vor und in der Bibliothek werden finanziell oder mit eigenem Einsatz der Mitglieder unterstützt. „Hinzu kommen eigene Projekte, die wir zur Förderung der Bibliothek in den vergangenen Jahren veranstaltet haben“, erzählt Ursula Paul, die im vergangenen Jahr den Posten als Vorsitzende von Claudia Büssow übernommen hat.

Ein Ziel für das Jahr 2016 ist für Mühe und Paul die engere Zusammenarbeit mit anderen Vereinen. Als Beispiel nennen sie eine Kooperation mit dem Kunsthaus, dessen Dauerausstellung erst vor einigen Tagen eröffnet wurde.

Weiterhin sei bei allen Mitgliedern des Fördervereins der 20. Geburtstag der Stadt- und Kreisbibliothek im Fokus. Dieser soll im April und Mai mit einem Festmonat gefeiert werden.