Salzwedel (me) l Der Haushalt der Hansestadt Salzwedel für 2020 hat den Hauptausschuss passiert und kann nun am 22. Januar im Stadtrat beschlossen werden. Mit im Zahlenwerk enthalten sind 665.000 Euro für das Liestener Waldbad – mehr als im Finanzausschuss beraten.

Wie Bürgermeisterin Sabine Blümel erklärte, waren bei den Kostenschätzungen bisher keine Planungskosten enthalten. Diese hat das Bauamt mit rund 85.000 Euro veranschlagt. Die nun anteilig auf den Eigenanteil des Waldbadvereins und mögliche von der Stadt zu akquirierende Fördermittel aufzuschlagen sind. Damit würde der Verein 364.680 Euro aufbringen müssen. Zudem wären 298.200 Euro Fördergeld erforderlich, wenn die Sanierungsarbeiten so umgesetzt werden, wie vorgesehen. Sämtliche Summen werden mit Sperrvermerken versehen, denn gebaut werde ausschließlich, wenn es die Stadt finanziell nicht belaste. Das gelingt nur, wenn für etwa die Hälfte der Baukosten Fördergeld aufgetrieben werden kann.

Kein Programm für Bäder

Noch habe die Stadt kein geeignetes Förderprogramm gefunden. Es gebe auch keines speziell für Freibäder, erklärte Bauamtsleiterin Martina Hartwich. „Wenn wir keinen Topf finden, wird es nichts“, so Blümel. Die Stadt habe in diesem Jahr wichtige Aufgaben, wie den Brandschutz und die Sanierung der Grundschulen zu finanzieren. Sie hoffe nun auf das von Bundesregierung versprochene Geld zum Erhalt von Bädern, sagte die Bürgermeisterin.

Blümel machte noch auf ein weiteres Problem aufmerksam. Der Verein sei kein Eigentümer des Bades und dürfe daher die in Aussicht gestellten 70.000 Euro aus dem Leader-Programm nicht einsetzen. Im Raum stehe weiterhin ein Verkauf für einen Euro. Der Verein strebt allerdings einen langfristigen Pachtvertrag an.

Wolfgang Kappler (Fraktion Land bis Stadt) regte an, Landes-Sportminister Holger Stahlknecht in die Pflicht zu nehmen , der bei einem Besuch in Salzwedel eine Förderung für das Waldbad in Höhe von 45 Prozent in Aussicht gestellt habe.

Für den Waldbadverein machte sich Ute Brunsch (Linke) stark, deren Fraktion den Antrag auf Aufnahme des Bades in den Haushalt durchgesetzt hatte. Die Mitglieder hätten sich „so ins Zeug gelegt“, dass sei jede Unterstützung wert.