Corona

Altmarkkreis Salzwedel beim Impfen deutlich benachteiligt

16 unbesetzte Hausarztpraxen im Altmarkkreis Salzwedel ziehen eine ungerechte Verteilung des Impfstoffs nach sich.

Von Antje Mewes
Weil im Altmarkkreis 16 Hausarztpraxen unbesetzt sind, kommt auch weniger Impfstoff an.
Weil im Altmarkkreis 16 Hausarztpraxen unbesetzt sind, kommt auch weniger Impfstoff an. Foto: dpa

Salzwedel - Ländliche Räume und insbesondere der Altmarkkreis sind beim Impfen benachteiligt. Beim Zur-Verfügung-Stellen von Impfstoff gebe es große Ungerechtigkeiten. Darauf machte Landrat Michael Ziche im Kreisausschuss aufmerksam. „Wir haben 16 freie Hausarztstellen, für die kein Impfstoff bestellt werden kann“, sagte er. Diese Dosen würden den Menschen im Altmarkkreis verloren gehen. Er habe das mal rechnerisch überschlagen und sei auf 25 bis 30 Prozent weniger als im Durchschnitt des Landes gekommen. Daraufhin habe er dahingehend eine Erwartungshaltung an die für die Verteilung Zuständigen formuliert und als Antwort bekommen, dass an der Strategie nichts verändert werden solle.

Irritationen gebe es zudem dazu, was perspektivisch mit den Impfzentren passieren soll. „Die Aufgabe des Impfens liegt eigentlich beim Land“, erklärte Ziche. Die Kreise hätten sich nur so intensiv eingebracht, weil sie zügig mit der Immunisierung der Bevölkerung voran kommen wollten. Die Gesamtsituation hinsichtlich der Impfstrategie sei unbefriedigend.

Ausschussmitglied Dr. Ilja Karl, der Hausarzt in Arendsee ist, sprach von einer „desolaten Impfstoffverteilung“. „Die Unterversorgung mit Ärzten wird nahtlos mit einer Unterversorgung von Impfstoff fortgeführt“, erklärte er und nannte ein Beispiel. In einer Wochenendaktion habe eine Praxis in Hessen 1000 Dosen der Vakzine von Johnson & Johnson verimpft. Er habe für seine Praxis mit zwei Ärzten 50 Dosen dieses Impfstoffs bestellt und 10 bekommen. Das nerve ihn total, schimpfte der Mediziner, zumal das Impfen einen hohen organisatorischen Aufwand nach sich ziehe.