Bildung

Altmarkkreis Salzwedel will aus zwei Schulen eine machen

Mit Beginn des neuen Schuljahrs sollen die Sekundarschulen in Beetzendorf und Dähre organisatorisch unter einem gemeinsamen Dach laufen. Für die Schüler ändert sich wenig.

Von Beate Achilles
Die Leitung für die neu zusammengelegte Sekundarschule  soll in diesem Gebäude in Beetzendorf angesiedelt werden.
Die Leitung für die neu zusammengelegte Sekundarschule soll in diesem Gebäude in Beetzendorf angesiedelt werden. Archivfoto: Walter Mogk

Dähre/Beetzendorf - Im Altmarkkreis Salzwedel sind nicht nur Lehrer knapp, an vielen Schulen mangelt es auch an Schülern. Kleine Klassen mögen für die Heranwachsenden sowie für Eltern und Lehrer zwar angenehm sein. Für das Land Sachsen-Anhalt, das den Großteil der Kosten trägt, ist der Betrieb zu kleiner Schulen jedoch teuer. Die aktuell gültige Verordnung zur Schulentwicklungsplanung schreibt deshalb mindestens 240 Schüler pro Schule vor.

Sondergenehmigung ist nicht mehr möglich

An den betroffenen Schulen in Beetzendorf und Dähre wird diese Zahl deutlich unterschritten, wie Ute Held, Sachgebietsleiterin vom Schulamt im Altmarkkreis Salzwedel, am Montag beim Bildungsausschuss vortrug. Aktuell liege die Schülerzahl an der Sekundarschule Beetzendorf bei 222 und an der Sekundarschule Dähre sogar nur bei 170. „Da gibt es nur wenige Möglichkeiten“, fuhr Ute Held bei der Sitzung fort: „Entweder wir schließen den Schulstandort Dähre oder wir fusionieren ihn mit Beetzendorf.“ Eine Sondergenehmigung wie in den vergangenen Jahren sei für Dähre nicht mehr zu bekommen, weil die Schülerzahl dort auch die dafür inzwischen vorgeschriebene Mindestmarke von 180 unterschreitet.

Erhalt der Schulstandorte hat oberste Priorität

Eine Schließung der Schule will der Landkreis unbedingt vermeiden, wie Schuldezernentin Kathrin Rösel bei der Ausschusssitzung klarstellte: „Wir wollen auf jeden Fall die Fusionierung. Der Erhalt des Schulstandortes Dähre hat für uns oberste Priorität.“

Diesen Punkt unterstrich auch die Ausschuss-Vorsitzende Angelika Scholz: „Wir können unsere Schüler nicht irgendwo hinschicken. Deswegen setzt sich der Bildungsausschuss dafür ein, alle Schulstandorte zu erhalten.“

Für die Schüler ändert sich erstmal nichts

Dezernentin Rösel betonte die Bedeutung einer wohnortnahen Schulversorgung als Standortfaktor für den Altmarkkreis Salzwedel. Dabei sei auch die Schulqualität wichtig: „Das bedeutet nicht nur, dass wir ausreichend Lehrer benötigen, sondern auch, dass die Schüler keine zu langen An- und Abfahrtswege zur Schule haben“, konkretisierte Rösel.

Für die Schüler soll sich durch die Fusionierung erst einmal nichts ändern. Die Lehrerkollegien sollen jedoch nach Vorstellung der Schulbehörde durch „kollektivbildende Maßnahmen“ mit der Zeit zusammenwachsen. In der ersten Hälfte des neuen Schuljahres sollen die Lehrerteams der beiden Standorte noch separat erhalten bleiben, kündigte Kathrin Rösel in der Ausschusssitzung an.

„Die komplette faktische Umsetzung wird im zweiten Halbjahr erfolgen“, erläuterte die Bildungsdezernentin. Ob es dann beispielsweise nur noch jeweils einen Fachlehrer für ein bestimmtes Fach geben wird, das werde sich in der Praxis zeigen.