Fachwerk

Salzwedel l Anno Domini 1543 prangt an einem Querbalken im Bürgermeisterhof von Salzwedel. Die Fachwerk-Kulisse mit ihrem historischen Charme zieht seit jeher die Blicke von Einwohnern und Touristen auf sich. Doch weit konnte längst keiner mehr schauen. Ein verschlossenes Tor versperrte den Zugang zum prachtvollen Hof. Doch damit ist nun Schluss. Der Bürgermeisterhof soll wieder der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.

„Man ist immer an dem Gebäude vorbeigegangen und fragte sich, warum es leer steht“, sagt Anne Buch, die sich mit einigen Mitgliedern der Kultur-Nische der Wiederbelebung des Objekts verschrieben hat. Ebenso wie Architekt Ullrich Lemme, Janet Meusel, Sabine Decker mit ihrem Team vom Café Kuckuck und Aktive des Aktionsbündnisses Solidarisches Salzwedel. Alle rund 15 Mitstreiter sind sich einig: Es muss was passieren, die Stadt im Zentrum wieder attraktiver werden.

Von Kunstausstellung bis Seminarraum

Es sei wichtig, dass der Bürgermeisterhof kein Spekulationsobjekt wird, so Ullrich Lemme. Vielmehr soll das Areal auf Dauer den Einwohnern und Touristen als Anlaufpunkt dienen – auf verschiedenste Art und Weise. Daher wurde das Areal kürzlich erworben. „Der Kaufvertrag wurde von Stellvertretern aus der Gruppe unterschrieben“, sagt Sabine Decker. Nun geht es an die Ideensammlung, wie das Haus wieder belebt werden kann – ob in einer Stiftung, einem gemeinnützigen Verein oder einer Genossenschaft. Das Beispiel des Gemeinschaftsladens der Hansenbande in der Altperverstraße von Salzwedel zeige, dass, wenn mehrere an einem Strang ziehen, Projekte verwirklicht werden können, die allein nicht zu stemmen sind, so Anne Buch.

Bilder

Vorstellbar seien beispielsweise Seminarräume, Klausurwochenenden, Kunstausstellungen oder Anlaufpunkte für Vereine und Organisationen. Auf lange Sicht soll auch wieder ein gastronomisches Angebot Einzug halten. Auch Wohnraum spielt eine Rolle. Die Ideen sind vielfältig wie die Mitstreiter selbst.

Unterstützer sind willkommen

Allen Aktiven der Gruppe ist aber klar: Dort stecken viel Arbeit und Kosten drin. Daher setzt die Gruppe auch auf Unterstützer aus der Region, die den Bürgermeisterhof ebenso belebt wissen wollen. Die Hilfe kann vielfältige Formen haben. Ob finanziell, mit Ideen, Wissen rund um Fördermittelanträge oder Arbeitskraft. Im vierten Quartal 2020 möchte die Gruppe dann ihre Projektskizze präsentieren.

Wer seine Hilfe anbieten möchte oder Fragen zum Projekt Bürgermeisterhof hat, erreicht die Gruppe unter folgender E-Mail-Adresse: info@bürgermeisterhof.de