Arendsee l Campen mit Seeblick: Diese Idee gibt es seit Jahren, in Praxis umgesetzt wurde sie bislang nicht. Im Hintergrund werde aber an Grundlagen gearbeitet. Dies bestätigte Bürgermeister Norman Klebe auf Nachfrage. So müssen zunächst bürokratische Hürden genommen werden. Dazu gehört der Bebauungsplan. Diesen gibt es für das Strandbad. Um Stellplätze genehmigt zu bekommen, müssen diese dort eingetragen sein. Dies wiederum sorgt für jede Menge Verwaltungsarbeit.

Die bevorzugte Fläche scheint klar. Und zwar handelt es sich um den Abschnitt zwischen der Kasse II und dem Drachenbootverein. Dort gibt es einen Erdwall, der zum Teil als Sichtschutz dienten könnte. Die Landesstraße 1 befindet sich nur wenige Meter daneben, lange Zufahrten müssten keine gebaut werden. Auch Versorgungsleitungen sind vorhanden.

Kommunalpolitik ist für See-Stellplätze

Bei einer Sitzung des Eigenbetriebsausschusses im Juni gab es eine kommunalpolitische Mehrheit für die Stellplätze. Aus den Reihen der Luftkurort Arendsee GmbH kam damals der Vorschlag, ein neues Empfangsgebäude auf dem Campingplatz zu bauen. Doch dieses Projekt rückte nach hinten. Eine Begründung: Mit Caravan-Stellplätzen könne schneller Geld verdient werden. Doch bis dahin wird wohl noch einige Zeit vergehen.

Geplant sind zunächst zehn Möglichkeiten, die Gefährte nahe des Seeufers zu platzieren. Um aber künftig in Sachen Bebauungsplan Arbeit zu sparen, hat die Stadtverwaltung vor, gleich 20 Plätze reinschreiben zu lassen. Die Kapazität könnte dann später schneller erhöht werden, wenn der Bedarf dies hergibt.

Wachsende Nachfrage

Zumindest in diesem Jahr stieg die Nachfrage mit Blick auf diese Urlaubsform deutschlandweit stark an. Ein Grund dafür waren die reduzierten Möglichkeiten, bedingt durch die Corona-Krise. Der kommunale Campingplatz erlebte auch ohne die neuen Stellplätze einen Aufwind. Rund 16.100 Übernachtungen gab es. Und das, obwohl das Gelände erst ab dem 12. Mai geöffnet werden durfte.

Solch eine hohe Übernachtungszahl wurde selbst im Super-Sommer 2018 (15.770) nicht erreicht. Wie eine Statistik zeigt, entwickelt sich der Campingplatz seit Jahren positiv. Von über 20.000 Übernachtungen, wie sie vor der Jahrtausendwende üblich waren, ist der Platz aber noch entfernt.