Arendsee l Der extrem trockene Sommer brachte den Urlaubern viel Freude und Entspannung. Die Tourismusverantwortlichen in Arendsee freuten sich über deutlich mehr Einnahmen als in den Vorjahren. Dagegen waren die Mitglieder der Feuerwehr und vor allem auch die Landwirte nicht so begeistert vom Bilderbuchsommer. Auch der Arendsee, der vor allem vom Grund- und Niederschlagswasser gespeist wird, hat einen historisch tiefen Wasserstand von etwa 50 Zentimetern unter dem Vorjahrespegel.

So ein niedriger Wasserstand wurde letztmalige Ende der 1940er Jahre beobachtet. Auf alten Bildern sind die „Hungersteine“ nur noch leicht mit Wasser umspült. Diese großen Findlingsteine an der Bleiche wurden früher von den Frauen des Ortes zum waschen der Wäsche genutzt und schauten nur wenig aus dem Wasser. In diesem Jahr liegen sie jedoch ganz im Trockenen. Auch die Wassertretanlage an der Bleiche sieht an Land etwas verloren aus.

Liegestelle wurde ausgebaggert

Doch nicht nur der Natur macht die Wasserknappheit zu schaffen, auch die Luftkurort Arendsee GmbH hatte mit dem Fahrgastschiff Queen Arendsee so ihre Probleme mit dem Niedrigwasser. Während an der Elbe sogar der Schiffsverkehr eingestellt wurde, gelang es dem Eigenbetrieb der Stadt durch das Ausbaggern der Liegestelle den Betrieb des für die Stadt auch wirtschaftlich wichtigen Schiffes beizubehalten.

Bilder

Doch jetzt haben die Mitarbeiter des Eigenbetriebes ein anderes Problem, wie bekommen sie das Schiff wieder zur Wartung und Überwinterung an Land? Normalerweise werden zwei Wagen auf Schienen unter das Schiff geschoben und dieses dann mit Winden auf den Wagen liegend an Land gezogen. Doch in diesem Jahr ist der Wasserstand so niedrig, dass es schwer fällt die Wagen am Ende der Schienen unter das Schiff zu bekommen. „Wir werden es versuchen, wenn nicht müssen wir das Schiff mit Krantechnik aus dem See heben“ berichtete Michael Meyer, Chef des Eigenbetriebes der Stadt.

Flaches Wasser für ungewohnt

Neben der Anliegestelle der Queen hatten die Mitglieder des Tauchclubs Arendsee ebenfalls ihre Sorgen mit dem niedrigen Wasserstand. Wie ihr Vorsitzender Hans-Henning Schindler berichtete, können sie nur mit Schwierigkeiten ihr Boot für die Tauchgänge in den See bringen. „Wir tragen erst das Boot und dann den schweren Motor ins tiefere Wasser. Das ist ganz schön anstrengend“, betonte er. Und auch für die Badegäste war der flache Wasserspiegel ungewohnt, mussten sie doch oft ein ganzes Stück in den See laufen, bevor sie schwimmen konnten.

Andererseits war die Situation ideal, um Arbeiten an der Uferbefestigung auszuführen oder einmal auf dem „Seegrund“ zu spazieren und schöne Steine oder die verschiedensten Sachen zu entdecken. So sollen Kinder am Ufer des Sees sogar ein kleines Kopfteil eines Propellers beim Spielen gefunden haben. Vielleicht gehört es ja zu den Flugzeugen die in den 1930er Jahren in den Arendsee gestürzt sind.